Neue Seelsorgeeinheit: «Frauen geben den Ton an»

Die drei katholischen Seelsorgeeinheiten in der Stadt St. Gallen und der Gemeinde Gaiserwald sind seit dem 1. August zu einer einzigen Seelsorgeeinheit zusammengeschlossen.

Wolfgang Holz

Laut einer Medienmitteilung von Katholisch St. Gallen übernehmen die Religionspädagogin Vreni Ammann und der Theologe Jean-Pierre Sitzler gemeinsam die Leitung der neuen Seelsorgeeinheit. Sie ist kirchenrechtlich Teil des Bistums St.Gallen, das insgesamt 31 Seelsorgeeinheiten umfasst, wobei sich jede ein eigenes pastorales Konzept gibt.

Mit der Zusammenführung entfällt die bisherige Aufteilung in die Seelsorgeeinheiten Ost, Zentrum und West-Gaiserwald. Grundlage der Neuorganisation ist ein überarbeitetes pastorales Konzept, das die Zusammenarbeit der 13 Pfarreien, einer Wallfahrtskirche und sechs Kapellen neu ordnet. Fachbereiche wie der Sozialdienst bleiben von den Veränderungen weitgehend unberührt.

«Frauen geben den Ton an»

Die Co-Leitung verteilt die Verantwortlichkeiten zwischen den beiden Leitenden: Jean-Pierre Sitzler steht der Pastoralen Arbeitsstelle und den Fachbereichen vor, während Vreni Ammann als Pfarreibeauftragte insbesondere die Anliegen der Quartierpfarreien vertritt.

Nach Angaben von Katholisch St. Gallen wurde die neue Struktur in einem demokratisch angelegten Prozess erarbeitet. Die Beschlüsse fasste ein Plenum, in dem Frauen die Mehrheit stellen. Auch in den Pastoralteams sind Frauen mehrheitlich vertreten. «In den meisten Pastoralteams sind es Frauen, die den Ton angeben», heisst es wörtlich. Die Pfarrer bleiben weiterhin für die Feier der Sakramente im gesamten Gebiet zuständig.

Auch Kirchgemeinden prüfen neue Modelle

Mit der Neuordnung ist der Strukturprozess nicht abgeschlossen. Nun befassen sich auch die drei katholischen Kirchgemeinden St.Gallen, Engelburg und Abtwil-St.Josefen mit einer Anpassung ihrer staatskirchenrechtlichen Organisation. «Trotz Gewaltenteilung müssen nun auch die drei Katholischen Kirchgemeinden St.Gallen, Engelburg und Abtwil-St.Josefen ihre Struktur überarbeiten», wie es in der Medienmitteilung wörtlich heisst. Geprüft werden derzeit eine Fusion der Kirchgemeinden oder die Bildung eines Zweckverbands für die Verwaltung der Kirchengelder. Über das weitere Vorgehen beraten die drei Kirchenverwaltungsräte.


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https://www.kath.ch/newsd/neue-gemeinsame-seelsorgeeinheit/