Bischof Alain de Raemy zum Schulbeginn: «Gott erwartet von uns keine Ergebnisse»

Leistungsdruck prägt den Alltag vieler Kinder und Jugendlicher. Jugendbischof Alain de Raemy setzt dem eine andere Botschaft entgegen: Nicht Ergebnisse seien entscheidend, sondern Vertrauen. Zum Schulstart spricht er über Lernen und die Verantwortung gegenüber Kindern weltweit.

Jacqueline Straub

Heute startet im Kanton Zürich das neue Schuljahr. Vergangene Woche hat in neun anderen Kantonen bereits die Schule begonnen. Was wünschen Sie den Schülerinnen und Schülern zum Schulstart?

Bischof Alain de Raemy*: Freude am Lernen! Freude im Austausch mit Gleichaltrigen. Einfach Freude am Leben!

Viele Kinder und Jugendliche stehen heute unter Leistungs- und Erwartungsdruck. Was möchten Sie ihnen als Jugendbischof mitgeben?

De Raemy: Dass sie sich nur um die einzige schlaggebende Erwartung kümmern, die Erwartung Gottes. Denn Gott erwartet von uns keine Ergebnisse, sondern immerwährendes Vertrauen.

«Kinder und Jugendliche nie vergisst, die heute keine Schule haben.»

Welche Lektion aus Ihrer eigenen Schulzeit begleitet Sie bis heute?

De Raemy: Mir sind nur jene Lehrer in dankbarer Erinnerung geblieben, die uns Schülern eine Leidenschaft mitteilen konnten.

Was wünschen Sie sich von der Schule, damit junge Menschen nicht nur Wissen, sondern auch Zuversicht und Orientierung gewinnen?

De Raemy: Dass man jene Kinder und Jugendlichen nie vergisst, die heute keine Schule haben. Was unsere Kinder und Jugendlichen hier lernen, soll in Zukunft genau das vermeiden können.

*Bischof Alain de Raemy ist Apostolischer Administrator der Diözese Lugano und Weihbischof von Lausanne, Genf und Freiburg. Zudem ist er Jugendbischof.


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