Was mit Familienbesuchen begann, entwickelte sich zu einem jahrzehntelangen Engagement für benachteiligte Kinder. Die Katholikin Laura Schmiedeknecht engagiert sich auch mit 85 Jahren noch für das Hilfsprojekt «Home from Home» – hat das Zepter nun aber an eine Gruppe abgegeben.
Jacqueline Straub
Laura Schmiedeknecht verbindet eine besondere Beziehung mit Südafrika. Ihre Tochter lebt seit 27 Jahren dort und ist mit einem Deutsch-Südafrikaner verheiratet. Während ihrer Berufstätigkeit verbrachten Laura Schmiedeknecht und ihr Mann sämtliche Ferien in Südafrika. Nach der Pensionierung überwinterten sie jeweils während sechs Monaten am Kap. «Südafrika wurde für mich wie eine zweite Heimat», sagt die heute im Alterszentrum Rheinauen in Diepoldsau lebende 85-Jährige gegenüber kath.ch.
Über eine Freundin lernte sie das Projekt «Home from Home» im Township Khayelitsha bei Kapstadt kennen. «Ich suchte nach einer Möglichkeit, wenigstens einen kleinen Beitrag gegen das Elend zu leisten. Bei ‹Home from Home› fand ich genau das», erzählt sie. In Südafrika leben Millionen Kinder unter prekären Bedingungen. Viele von ihnen sind ohne verlässliches familiäres Umfeld.
«Home from Home» bietet Kindern, die nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können, ein familiäres Zuhause. Jeweils bis zu sechs Kinder leben gemeinsam mit einer Pflegemutter («Foster Mother») oder einem Pflegeelternpaar. Dort erhalten sie Geborgenheit, können die Schule besuchen, werden gesund ernährt und auf ihrem Weg in eine berufliche Zukunft begleitet.
Während ihrer Aufenthalte in Südafrika verbrachte Laura Schmiedeknecht viel Zeit mit den Kindern und machte Gäste aus Europa auf das Hilfsprojekt aufmerksam. Auch Seelsorger Bernd Bürgermeister besuchte «Home from Home» erstmals im Jahr 2019.
In der Schweiz hielt Laura Schmiedeknecht Vorträge und verfasste zahlreiche Spendenbriefe. «Die gesammelten Gelder schickte ich jeweils vollumfänglich nach Südafrika. Nachdem ich mit meinen 85 Jahren etwas kürzertreten muss, habe ich eine wunderbare Gruppe gefunden, die mein Anliegen weiterträgt. Ich bin sehr glücklich, dass die Unterstützung für ‹Home from Home› weitergeht», sagt sie.
Die Spendengelder fliessen unter anderem in die Versorgung der Kinder mit Lebensmitteln, den Schulbesuch sowie in psychologische Betreuung. Denn viele der Kinder bringen bereits in jungen Jahren schwere belastende Erfahrungen mit.
Die Pfarrei Diepoldsau pflegt – dank der Pfarreiangehörigen Laura Schmiedeknecht – seit vielen Jahren eine enge Partnerschaft mit dem südafrikanischen Kinderhilfsprojekt «Home from Home». Der Verein «Home-from-Home Schweiz» hat seinen Sitz in Diepoldsau und der Seelsorger Bernd Bürgermeister gehört dem Vereinsvorstand an.
Im nächsten Beitrag unserer Serien zu «Hilfswerken von Pfarreien», wird das Projekt der Pfarrei Diepoldsau-Schmitter vorgestellt.
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