Vroni Peterhans gibt Oeku-Präsidium nach neun Jahren ab

«Die Stimme der Oeku soll weiterhin als klare christliche Stimme für mehr Ökologie hörbar bleiben.» Mit diesem Anliegen tritt Vroni Peterhans nach 13 Jahren im Vorstand zurück. Gegenüber kath.ch zieht sie Bilanz und blickt auf die Herausforderungen der Zukunft.

Jacqueline Straub

Nach 13 Jahren im Vorstand, davon neun Jahre als Präsidentin, ist Vroni Peterhans beim ökumenischen Verein Oeku Kirchen für die Umwelt zurückgetreten. Neu führen Daniel Schmid-Holz als Präsident und Manuel Perucchi als Vizepräsident den Verein. Gegenüber kath.ch bezeichnet Peterhans den Zeitpunkt ihres Rücktritts als «passend».

Sie habe das Präsidium abgeben wollen, bevor ihre Motivation für eines ihrer wichtigsten Lebensthemen – die Bewahrung der Schöpfung – nachlasse oder sich Ermüdungserscheinungen bemerkbar machten. «Denn die Stimme der Oeku soll weiterhin als klare christliche Stimme für mehr Ökologie und Schöpfungsthemen hörbar bleiben», sagt sie.

Der Entscheid sei ihr einerseits nicht schwergefallen. Neben ihren weiteren Engagements und Aufgaben bedeute es eine grosse Entlastung, «ein solch verantwortungsvolles Amt abgeben zu können». Sie freue sich darauf, dass andere Lebensbereiche nun wieder mehr Raum erhalten.

Gleichzeitig falle ihr der Abschied nicht leicht. Die Anliegen der Oeku seien für sie nach wie vor «eminent wichtig». Künftig wolle sie sich jedoch in anderen Funktionen für die Schöpfungsverantwortung einsetzen. Vermissen werde sie insbesondere die Zusammenarbeit mit den Vorstandskolleginnen und -kollegen sowie den Mitarbeitenden der Fachstelle. «Es war eine tolle Zeit, uns gemeinsam für die Schöpfung einzusetzen.»

Verein ausgebaut

Gemeinsam mit den Mitarbeitenden und Freiwilligen habe sie den Verein weiterentwickeln und «für die Zukunft rüsten» können, sagt Peterhans. Besonders freut sie sich darüber, dass die ökumenische Schöpfungszeit heute deutlich stärker wahrgenommen werde. Vom 1. September bis zum 4. Oktober werde sie in immer mehr Kirchgemeinden und Pfarreien begangen – nicht zuletzt dank der von Oeku bereitgestellten Materialien.

Auch das kirchliche Umweltmanagement habe sich etabliert. Seit 2015 seien beinahe 100 Pfarreien mit dem «Grünen Güggel» zertifiziert worden. «Dahinter stecken viel Aufbauarbeit, Überzeugungskraft gegenüber Vorurteilen und Ausdauer.»

Zudem habe sich Oeku stärker mit anderen Organisationen vernetzt und damit auch politisch an Gewicht gewonnen. Als Beispiel nennt Peterhans die ökumenische Koalition «Christ:innen für Klimaschutz».

Klimakrise bleibt Herausforderung

Das derzeit heisse Wetter führe einmal mehr vor Augen, wie dringlich der Einsatz für den Schutz der Lebensgrundlagen sei. «Wir müssen uns als Menschheit mit der Erde, die wir haben, verbünden, um unsere Lebensgrundlagen lebenswert erhalten zu können», sagt Peterhans.

Zu ihren prägendsten Erinnerungen zählt sie die Feier zum 30-jährigen Bestehen der Oeku im Jahr 2016 in Freiburg mit den Schöpfungskompositionen von Peter Roth. Ebenfalls in Erinnerung geblieben sind ihr die Klimademonstration 2019 in Bern mit dem landesweiten Glockengeläut, das von Oeku mitinitiiert wurde, sowie der Abschied des langjährigen Fachstellenleiters Kurt Zaugg und die Einsetzung seiner Nachfolgerin Milena Hartmann. Auch die zweitägigen Retraiten des Vereins hätten sie geprägt. «Dort hatten neben der inhaltlichen Arbeit auch Kameradschaft und Teambildung ihren Platz.»

Mehr Zeit für Familie

Peterhans ist in der Seelsorge tätig, insbesondere in der ökumenischen Familienpastoral. Zudem präsidiert sie seit fünf Jahren den Schweizer Weltgebetstag. «Das ist ein aufwendiges, aber erfüllendes Amt inmitten der aktuellen Herausforderungen aller religiösen Gruppen und Kirchen.» Besonders schätze sie das ökumenische Netzwerk und die weltweite Solidaritätsbewegung der Frauen.

Die Bäuerin ist mittlerweile Grossmutter von acht Enkelkindern. Nach der Übergabe des Präsidiums möchte sie mehr Zeit mit ihrer wachsenden Familie verbringen. Auf ihrem Bauernhof empfängt sie zudem Schulklassen, die dort die Herkunft von Lebensmitteln kennenlernen und, wie sie sagt, «Achtung vor der Schöpfung nachspüren» können.

Für die Zukunft wünscht sie sich, dass Oeku den gesellschaftlichen Entwicklungen weiterhin aufmerksam folgt und wirksame Instrumente entwickelt, um die Schöpfungsthemen in Kirche und Öffentlichkeit einzubringen. Dafür brauche es engagierte Menschen und ausreichende finanzielle Mittel. «Wenn alle Kirchen den Auftrag des ersten Buches der Bibel prioritär umsetzen würden, könnte es die Oeku wohl etwas gemütlicher nehmen – oder sie wäre gefragter denn je.»


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