Am 1. Juli wollen die Traditionalisten der Piusbruderschaft vier neue Bischöfe ohne Erlaubnis des Papstes weihen. Zuvor haben sie noch einmal klar gemacht, woran sie glauben und was sie bekämpfen.
(CIC) Die Piusbruderschaft hat in einer Anlage zu einem Offenen Brief an den Papst und die Kardinäle der katholischen Kirche dargelegt, woran sie glaubt und welche Neuerungen sie ablehnt. Dieses Credo hat sie unter dem Titel «Katholisches Glaubensbekenntnis der Priesterbruderschaft St. Pius X. zur Erleuchtung der Seelen angesichts der modernen Irrtümer» am Mittwoch in mehreren Sprachen veröffentlicht.
Das Credo umfasst 154 Absätze. Es enthält ein Bekenntnis zur Glaubenslehre der katholischen Kirche, wie sie bis Mitte des 20. Jahrhunderts formuliert wurde. Weder in den 18 Seiten Text noch in den 127 Fussnoten wird je ein Dokument des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) zitiert. Ebenso wenig kommen die Päpste des Konzils oder seit dem Konzil vor. Der jüngste zitierte Papst ist Pius XII. (1939-1958).
Der Text enthält Klagen über einen Verfall von Sitte und Moral und über aktuelle Zweifel an der katholischen Glaubenslehre. Dazu heisst es in dem Text: «Was von allen, überall und zu allen Zeiten als zum Glauben gehörend geglaubt wurde, darf weder durch irgendeine theologische Modeerscheinung, noch durch pastoralen Druck, noch durch diplomatische Notwendigkeiten, noch durch angebliche Anforderungen der modernen Welt geleugnet oder in Zweifel gezogen werden.»
Die gegenwärtige Krise der Kirche wird mit den Worten beschrieben: «Die Verheissung Christi kann nicht scheitern: Die Pforten der Hölle werden sie niemals überwältigen. Ich glaube aber auch, dass es in der Geschichte der Kirche Zeiten der Prüfung gibt, in denen das Bekenntnis des wahren Glaubens stark geschwächt ist, in denen Irrlehren sich ausbreiten, in denen die Disziplin nachlässt und viele Seelen in die Irre geführt werde.»
Zur gegenwärtigen Lage heisst es: «Ich stelle insbesondere fest, dass die modernen Irrlehren eine gewaltige Bedrohung für die gesamte katholische Ordnung darstellen und dass ihr Eindringen in das Leben der Kirche im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils und der nachkonziliaren Reformen eine Krise von aussergewöhnlicher Schwere ausgelöst hat.»
Breiten Raum nimmt das Bekenntnis zur alten lateinischen Messe ein.
Ein Treuebekenntnis zum regierenden Papst und seinen Nachfolgern fehlt. Stattdessen heisst es: «Unter diesen schmerzlichen Umständen kann ich … nicht umhin, den Glauben zu bekennen, dessen Bekenntnis geschwächt wird; an die Tradition zu erinnern, die verbannt wird; die Moral zu verteidigen, die Liturgie zu bewahren und die Rechte Christi zu verkünden. In Treue zum ewigen Rom, das das von den Aposteln überlieferte Glaubensgut bewahrt, will ich dieses Erbe vollständig bewahren.»
Der offene Begleitbrief zu dem Credo ist unterzeichnet vom Generaloberen Davide Pagliarani. Ferner haben ihn seine Generalassistenten und Pagliaranis Vorgänger, Bischof Bernard Fellay, unterschrieben.
Link zum Glaubensbekenntnis der Piusbruderschaft (deutsch)
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/gegen-moderne-irrlehre-piusbrueder-veroeffentlichen-kaempferisches-credo/