Alle WM-Spielstätten Mexikos verfügen über Stadionkapellen

In den grossen Fussballstadien Nord- und Mittelamerikas, auf die sich während der Fussball-Weltmeisterschaft vom 11. Juni bis 19. Juli die Augen der Weltöffentlichkeit richten, hat teilweise auch die Religion ihren Platz: Zumindest in Mexiko verfügen alle drei WM-Arenen über Kapellen oder eigens eingerichtete Andachtsräume, die von Spielern und Betreuern genutzt werden können.

(KAP Im traditionsreichen Aztekenstadion in Mexiko-City, das als erstes Stadion der Geschichte bereits zum dritten Mal (nach 1970 und 1986) eine Fussball-WM beherbergt und nach seinem Sponsor offiziell Estadio Banorte heisst, befindet sich ein Gebetsraum im Bereich der Spielerzugänge. Er ist schlicht gehalten, so klein, dass er bloss Platz für zwei Kniebänke bietet, die vor einem Bild der Jungfrau von Guadalupe aufgestellt sind.

Ort eines Papstbesuchs

Eine Tafel in der Kapelle erinnert daran, dass der damalige Papst Johannes Paul II. (1920-2005) höchstpersönlich bei seiner vierten Mexikoreise (von insgesamt fünf) die Einweihung vollzog. Am 25. Januar 1999 leitete das Kirchenoberhaupt dort ein grosses, kirchliches «Treffen der Generationen» mit über 100’000 Gläubigen, anlässlich dessen sowie im Vorfeld des damaligen Confed-Cups man im Stadion die bis dahin grössten hochauflösenden Leinwände weltweit installiert hatte.

Das Stadion wird laut FIFA am 11. Juni 2026 das Eröffnungsspiel zwischen Mexiko und Südafrika austragen und vier weitere Partien der Gruppenphase sowie K.o.-Spiele beherbergen. Die Kapelle liegt in unmittelbarer Nähe der Kabinengänge und ist damit vor allem für Mannschaften vor und nach Spielen zugänglich.

Guadalupe und Robles

Auch im Estadio Akron in Guadalajara ist ein Andachtsraum Teil der Stadionarchitektur. Der 2010 eröffnete Bau, der während der WM den Namen «Estadio Guadalajara» trägt und 49’000 Zuschauern Platz bietet, verfügt über eine mit Holz ausgestattete runde Kapelle im Bereich der Mannschaftsgarderoben. Auch hier bildet ein Bild von Mexikos Schutzpatronin, der Jungfrau von Guadalupe, das Zentrum. Im Stadion werden vier Gruppenspiele ausgetragen.

Im erst 2015 eröffneten Estadio BBVA Bancomer in weiter nördlich gelegenen Monterrey, auch «Gigante de Acero» (Stahlgigant) genannt, befindet sich ebenfalls ein Gebetsraum in der Nähe der Umkleidebereiche. Die Kapelle ist modern eingerichtet, mit Wandreliefs, die zur stillen Einkehr einladen sollen, und Bänken, die auch Feiern in Teamstärke erlaubt.

Im Zentrum ist ein minimalistisches Kreuz angebracht, weiters befindet sich hier auch eine Marienstatue, wobei statt jene von Guadalupe allerdings die «Jungfrau von Robles» gewählt wurde, welche die Schutzfrau von Monterrey ist. Im Laufe der Jahre hätten die Spieler weitere Bilder und Andachtsgegenstände hiergelassen, ist dem Bericht zu entnehmen. Das Stadion ist Austragungsort von drei Gruppenspielen sowie eines Achtelfinalspiels.

Interreligiöse Gebetsorte in den USA und Kanada

Im Unterschied zu den explizit katholischen Kapellen in Mexikos Stadien gibt es in den elf WM-Spielorten der USA und in jenen Kanadas nichts direkt Vergleichbares, wohl aber gehören interkonfessionelle «Multi-Faith-Rooms» oder «Quiet Rooms» mittlerweile zur Grundausstattung vieler großen Stadien. Spieler können diese Räume für Gebet, Meditation oder Rückzug nutzen – wie etwa im NRG Stadium in Houston, im AT&T Stadium, im SoFi Stadium in Los Angeles sowie im Levi’s Stadium bei San Francisco.

Die Weltmeisterschaft 2026 beginnt am 11. Juni im Estadio Azteca in Mexiko-Stadt und endet am 19. Juli im MetLife Stadium von New Jersey. Insgesamt werden 104 Spiele in 16 Stadien ausgetragen.


Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.kath.ch/newsd/alle-wm-spielstaetten-mexikos-verfuegen-ueber-stadionkapellen/