Die Unterschriftenaktion «Privat ist privat» der Allianz Gleichwürdig Katholisch (AGK) haben 1’019 Menschen unterschrieben. Sie zeigen sich unzufrieden über die «Standortbestimmung» der Schweizer Bischöfe zu Beauftragung und Lebensführung von Seelsorgenden. Da keine persönliche Übergabe erwünscht war, gestalteten AGK-Vertretende eine Video-Aktion.
Regula Pfeifer
1’019 Menschen haben die Position der Allianz Gleichwürdig Katholisch (AGK) zur Lebensführung und Beauftragung von Seelsorgenden bestärkt. Sie haben ihre Unterschrift zum Schreiben «Privat ist privat» gesetzt. Die Unterschriftensammlung ist nun abgeschlossen.
Alle diese Menschen seien enttäuscht über die «Standortbestimmung» zur Beauftragung und Lebensführung von Seelsorgenden der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), heisst es in der Mitteilung der AGK. Sie wollten den Dialog zu «Privat ist privat» mit der Standortbestimmung nicht beenden, sondern beginnen.
«Die SBK hat es versäumt, nötige Veränderungen auszuarbeiten oder vorzuschlagen, um die römisch-katholische Kirche in der Schweiz zu einem diskriminierungsfreien Arbeitsumfeld für Seelsorger:innen zu machen.»
Den Unterschriftenerfolg sieht die AGK auch positiv: All die Unterschreibenden zeigten, «dass trotz allem immer noch viele Menschen eine gleichwürdige und glaubwürdige katholische Kirche einfordern und sich für eine Veränderung einsetzen».
Die AGK wollte die Unterschriften persönlich bei der Schweizer Bischofskonferenz vorbeibringen. Doch das wurde ihnen nicht gewährt. Die Unterschriften sollten per Post eingeschickt werden, hiess es.
Einige AGK-Vertretende trafen sich darauf, um den Brief mit den Unterschriften in einen gelben Post-Briefkasten einzuwerfen. Davon wurde ein Video gedreht und online gestellt. Die beiden Mitglieder der AGK-Steuergruppe Ivo Bühler und Helena Jeppesen-Spuhler sowie die AKG-Geschäftsführerin Mentari Baumann bringen darin ihre Argumente vor.
Die Unterschriftenaktion lancierte die AGK am 5. Dezember 2025. Dies als Reaktion auf die «Standortbestimmung», welche die Schweizer Bischofskonferenz Mitte November zum Thema Lebensführung und Beauftragung von Seelsorgenden veröffentlicht hatte.
Darin forderten die Unterschreibenden im Sinne «der gleichen Würde für alle», dass schwule, lesbische, geschieden wiederverheiratete oder im Konkubinat lebende Seelsorgende nicht verletzt werden dürften, indem ihnen eine evangeliumsgemässe Lebensführung abgesprochen wird. Unter «Privat ist privat» verlangten sie weiter, dass weder Bischöfe, kirchliche Vorgesetzte, noch Anstellungsbehörden das private Beziehungs- oder Intimleben beurteilen dürfen.
Und unter «Unbedingt synodal» verlangen sie, dass solche Fragen nicht «von Bischöfen hinter verschlossenen Türen entschieden» werden sollen, sondern in einem offenen, synodalen Dialog mit Vertretenden unterschiedlicher kirchlicher Bereiche.
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https://www.kath.ch/newsd/1000-personen-stehen-fuer-privat-ist-privat-ein/