IG Missbrauchsbetroffene: «Kirchliche Missbrauchsaufarbeitung darf keine ‹Blackbox› sein»

Der Vorstand der Interessengemeinschaft für Missbrauchsbetroffene im kirchlichen Umfeld (IG-MikU) ist «erschüttert über den Umgang von Kirchenoberen mit Betroffenen». Er fordert «eine transparente und proaktive Kommunikation der Verfahrensabläufe».

«Nach dem Lesen des Interviews mit «Denise Nussbaumer» sind wir einmal mehr erschüttert über den Umgang von Kirchenoberen mit Betroffenen. Das Missbrauchsthema in der katholischen Kirche wird seit 20 Jahren öffentlich diskutiert. Wie kann es sein, dass die Kirchenleitungen seither nicht mehr Lehren daraus gezogen haben? Warum werden Betroffene nicht proaktiv informiert? Warum werden sie nach wie vor nicht in die innerkirchlichen Verfahren einbezogen?

Es macht uns als Betroffene und als Betroffenenorganisation wütend, nach wie vor lesen zu müssen, wie Bischöfe und Offiziale mit Missbrauchsopfern umgehen. Wir fordern, dass die Betroffenen in diese Verfahren einbezogen und in den Verfahren angehört werden. Und wir fordern eine transparente und proaktive Kommunikation der Verfahrensabläufe. Betroffene haben ein Recht zu erfahren, welche Schritt das Kirchenrecht vorsieht und was als nächstes passiert. Kirchliche Missbrauchsaufarbeitung darf keine Blackbox sein.»

Dies schreibt der Vorstand der IG-MikU an die Redaktion von kath.ch mit Bitte um Veröffentlichung. (am)


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