Wer weiss, was aus dem Basler Fussmassage-Priester geworden ist? Hält er sich an die Auflagen? In der Schweiz gibt es keine Regeln, wie übergriffige Priester kontrolliert werden. Der Synodale Weg in Deutschland hat nun strengere Regeln beschlossen. Dazu gehört auch ein Verhaltenskodex.
Der Synodale Weg hat strengere Vorgehensweisen im Umgang mit Priestern, die sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht haben, beschlossen. Bei der Vollversammlung des Reformprojekts votierten Bischöfe, Laiinnen und Laien am Freitag in Frankfurt mit 100 Prozent für ein entsprechendes Papier. Es plädiert dafür, bei verantwortlichen Stellen wie der Deutschen Bischofskonferenz verbindliche Regeln zur Prävention, zur Aufklärung und zum Umgang mit Tätern zu etablieren.
Die Synodalversammlung fordert die Bischofskonferenz auf, eine Disziplinarordnung für Priester zu erarbeiten. Bischöfe sollen dadurch die Möglichkeit erhalten, gegenüber Priestern, denen zwar kein strafrechtlich relevantes Verhalten nachgewiesen werden konnte, die jedoch ein grenzwertiges Verhalten zeigen, disziplinarische Massnahmen zu ergreifen.
Ist die Täterschaft eines Klerikers nachgewiesen, brauche es eine per Dekret ausgesprochene Auflage zurTherapie. Ausserdem soll für jeden Täter eine «Kontrollperson» eingesetzt werden, die die Therapieauflagen überprüft und den weiteren Berufs- und Lebensweg der Täter verfolgt. Dies sei in besonderer Weise auch bei Wechseln über Bistumsgrenzen hinaus zu beachten.
Die Synodalversammlung beauftragt die Bischofskonferenz und den Laien-Dachverband ZdK, darauf hinzuwirken und zu überprüfen, dass in katholischen Institutionen und Verbänden Präventionsordnungen und Schutzkonzepte verbindlich umgesetzt werden. Zudem solle Präventionsarbeit fester Bestandteil der Priesterausbildung und der Ausbildung aller pastoralen Berufe werden.
Neben einem Verhaltenskodex fordert das Papier eine verbindliche «Feedbackkultur», etwa durch regelmässige Supervision in Teams. Auch sollten spezielle Männer-, Gewalt- und Konfliktberatungsstellen regelmässig vorgestellt werden.
Der in Frankfurt verabschiedete Handlungstext trägt den Titel «Prävention sexualisierter Gewalt, Intervention und Umgang mit Tätern in der katholischen Kirche».
Als einzige Bistümer der Schweiz haben bislang die Bistümer Chur und Lausanne, Genf und Freiburg einen Verhaltenskodex erlassen. Verbindliche Kontrollpersonen für auffällig gewordene Priester – etwa den Fussmassage-Priester im Bistum Basel – gibt es allerdings noch nicht. (kna/rr)
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
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