Abdankung am Aschermittwoch: Das Wallis trauert um die älteste Schwester

«Asche zu Asche, Staub zu Staub.» Just am Aschermittwoch wird Schwester Martina Bellwald beerdigt. Mit 102 Jahren war sie die älteste Ursuline in Brig und damit die älteste Schwester im Wallis. Ihr Leben führte sie vom Lötschental nach Südafrika. «Daraus sind viele Lichtlein entstanden», sagte vor Jahren Bischof Norbert Brunner.

Sarah Stutte

Geboren wurde Schwester Martina Bellwald als drittes von sieben Kindern am 28. Januar 1921 im Weiler Weissenried. Der liegt oberhalb von Blatten im Lötschental. Ihr bürgerlicher Name war Emma Bellwald. Sie ging in Blatten zur Schule. 

Vom Wallis in die Mission

Am Allerseelentag 1948 trat sie in das Kloster St. Ursula in Brig ein. Nach ihrem Noviziat legte sie 1951 zuerst das zeitliche Gelübde ab und drei Jahre später die feierliche Profess auf Lebenszeit. 

Schwester Martina Bellwald wirkte unter anderem im Bildungshaus St. Jodern und im Spital Sta. Maria in Visp sowie im Bürgerspital von Leuk. Ihr Wunsch war jedoch immer die Arbeit in den Missionen. Diesen sollten ihr die Ordensoberen bald erfüllen.  

Über Rotterdam nach Südafrika

Im April 1956 fuhr sie zusammen mit ihrer Ursulinenschwester Jakoba Vogel nach Rotterdam und schiffte von dort aus nach Südafrika. Knapp einen Monat später betrat sie zum ersten Mal südafrikanischen Boden, als sie die Stadt East London erreichte. 

Seit 1934 unterhalten die Ursulinen in der Diözese Mthatha eine Mission. Die Schwestern unterrichten hier Mädchen und Frauen und engagieren sich in der Sozialarbeit. 1965 wurde die Eröffnung eines Noviziats erlaubt, um afrikanische Ursulinen auszubilden.

Arbeit in der Schleierfabrik St. Ursula

Heute arbeiten die Schwestern von St. Ursula in Südafrika in vier Missionsstationen, drei in Eastern Cape und eine in KwaZulu-Natal. Schwester Martina Bellwald arbeitete als Missionarin auf allen Stationen in den Städten Mthatha, Libode, Ngqeleni und Eliotdale. 

Wegen ihrer angeschlagenen Gesundheit musste sie 1981 zurück nach Brig ziehen. Hier erfüllte sie ihren apostolischen Auftrag durch das Gebet, ihre Arbeit in der Schleierfabrik St. Ursula und durch Hilfsdienste aller Art.

Handwerkliches Geschick

2001 hielt der damalige Bischof von Sitten, Norbert Brunner, anlässlich des Goldenen Professjubiläums von Schwester Martina Bellwald eine Predigt. Diese erneuerte ihr 50-jähriges Gelübde zusammen mit fünf anderen Jubilarinnen. Vor ihrer Oberin gelobte sie, in Keuschheit, Gehorsam und Armut in der Klostergemeinschaft leben zu wollen. 

Nun starb Schwester Martina am 18. Februar im Alter von 102 Jahren. In der Todesanzeige, die im Walliser Boten erschienen ist, war zu lesen, dass sie ihre Hilfsbereitschaft und ihr handwerkliches Geschick auszeichnete. Davon hätten vor allem die ihr anvertrauten afrikanischen Frauen und Mädchen profitiert. 

«Daraus sind viele Lichtlein entstanden»

Zudem hätte sie zeitlebens auch einen guten und liebevollen Kontakt zu ihren Geschwistern und Verwandten gepflegt. Aufenthalte im heimatlichen Lötschental schenkten ihr Freude und Abwechslung. Diese nahm sie wahr, solange es ihre Gesundheit ermöglichte. 

2022 erforderte ihr hohes Alter die Verlegung in die Pflegeabteilung des Klosters, in der sie bis zuletzt liebevoll betreut wurde. In seiner Predigt zu Schwester Martinas Ordensjubiläum würdigte Bischof Norbert Brunner ihre Arbeit und meinte: «Daraus sind viele Lichtlein entstanden, die unterwegs geleuchtet haben. Sie werden weiter leuchten auf dem Lebensweg jedes Einzelnen.» Am Aschermittwoch ist Schwester Martina Bellwald beerdigt worden. RIP!


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