Eigentlich feiern die Menschen in der Ukraine am 7. Januar Weihnachten. Doch aus politischen Gründen orientieren sich immer mehr Menschen am westlichen Kalender, also am 25. Dezember. Zum Heiligen Abend gehören in der Ukraine zwölf Fastenspeisen – von Borschtsch bis Kompott.
Wolfgang Holz
Weihnachten wird in der Ukraine grösstenteils nicht zur selben Zeit wie in den westlichen christlichen Ländern gefeiert. Denn das Kirchenjahr orientiert sich am julianischen und nicht am gregorianischen Kalender.
Doch mit Putins Angriffskrieg auf die Ukraine werden die Stimmen lauter, die lieber das westliche Datum favorisieren. Das Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche beispielweise ist Papst Franziskus. Und viele griechisch-katholischen Ukrainerinnen und Ukrainer möchten am selben Datum wie der Papst Weihnachten feiern.
Vor allem in der Diaspora wird der gregorianische Kalender eingeführt. Die ukrainisch griechisch-katholische Kirche (UGKK) in Bern wird etwa Weihnachten dieses Jahr am 25. Dezember feiern.
«Traditionell wird Weihnachten in der Ukraine zu Hause im Kreis der Familie begangen», erzählt Lyudmyla Zuber im Gespräch mit kath.ch. Die Ukrainerin lebt seit über 20 Jahren in Bern und kümmert sich derzeit nonstop um ukrainische Flüchtlinge.
Weihnachten beginne mit dem Erscheinen des ersten Sterns am Firmament, berichtet Lyudmyla Zuber. Wobei der Stern nicht zu sehen sein muss. Zu diesem Zeitpunkt sollen insgesamt zwölf Gerichte auf dem Tisch stehen. Die zwölf Fastengerichte beziehen sich auf die zwölf Apostel.
«Einige Speisen sind symbolisch – und andere gehören zur traditionellen ukrainischen Küche», sagt die ukrainische Theologin Nataliya Karfut. Das wichtigste Gericht heisst Kutja. Es wird aus gekochten Weizenkörnern, Mohnsamen, Nüssen, Rosinen und Honig zubereitet.
«Der gekochte Weizen steht zum Beispiel für das Brot des Lebens», sagt Nataliya Karfut. «Und damit wir ein Leben in Fülle haben, wird der gekochte Weizen mit Honig gesüsst und mit Mohn, Nüssen und anderen Leckereien gemischt. Denn das Leben soll süss und reich werden.»
1. Kutja: Es wird aus gekochten Weizenkörnern, Mohnsamen, Nüssen, Rosinen und Honig zubereitet.
2. Ein vegetarischer Borschtsch
3. Die kleinen Teigtaschen mit Pilzen (für den Borschtsch)
4. Warenyky – grosse Teigtaschen mit Kartoffel oder Kabis
5. Kohlrouladen (Holubtsi) mit Buchweizen und Pilzen
6. Vinaigrette mit Randen, Bohnen und Sauerkraut
7. Hering
8. Gebratene Krapfen
9. Eingelegte Pilze mit Zwiebeln
10. Teigtaschen mit Kirschen und Zucker
11. Pampuschky (Berliner) mit Rosenmarmelade
12. Uzwar (Kompott aus Dörrfrüchten)
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/ukrainische-weihnacht-zwoelf-fastenspeisen-erinnern-an-die-zwoelf-apostel/