Martin Rohrer geht – Daniel Krieg wird neuer Regens in Chur

Bischof Joseph Bonnemain hat Daniel Krieg zum neuen Regens ernannt. Das Seminar St. Luzi und die Hochschule sollen zu einem Ort werden, «wo Frauen und Männer gemeinsam lernen und lehren, wohnen und beten», teil der Bischof von Chur mit.

Eva Meienberg

In einem Brief vom 24. Mai hat Bischof Joseph Bonnemain die Seelsorgenden und Mitarbeitenden des Bistums über die Ernennung informiert. Daniel Krieg wird die Stelle am 1. Oktober 2022 antreten.

Bischof Joseph Bonnemain lobt in dem Schreiben Daniel Krieg als erfahrenen Pfarrer des Seelsorgeraumes Altdorf und als Dekan, der seine zahlreichen Fähigkeiten und Qualitäten bereits unter Beweis gestellt habe und seinem neuen Dienst ganz gewiss gewachsen sei.

Neue Konzeption für St. Luzi

Das Seminar St. Luzi und die Theologische Hochschule sollten zu einem Ort werden, «wo Frauen und Männer gemeinsam lernen und lehren, wohnen und beten, forschen, spirituell wachsen, sich weiterentwickeln und eine solide theologische wie auch pastorale Ausbildung erfahren», schreibt Bischof Joseph Bonnemain in seiner Mitteilung. «Das soll dazu führen, dass diese zu ausgeglichenen, reifen und kompetenten Persönlichkeiten heranwachsen. Deshalb erachte ich den jetzigen Zeitpunkt für günstig, um die Leitung des Priesterseminars St. Luzi neu zu konzipieren.»

Daniel Krieg arbeitet seit 2007 als Pfarrer im Seelsorgeraum Altdorf. Zuvor amtete er in der Pfarrei Goldau. Im Dezember des vergangenen Jahres ernannte Bischof Bonnemain Daniel Krieg zum Domherren des Bistums Chur. Mit 48 Jahren ist er der zweitjüngste Domherr. Zusätzlich zum Amt im Domkapitel ist er Mitglied der Kommission für den Ständigen Diakonat geworden.

In der Ur-Schweiz unterwegs

Daniel Krieg wurde 1974 in Lachen SZ geboren und wuchs mit vier Geschwistern in Siebnen auf. Krieg war Ministrant und in der Jungwacht aktiv. Er besuchte das Gymnasium Nuolen SZ und schloss 1994 mit der Matura ab. 1995 begann er sein Studium der Theologie an der Universität Luzern.

Krieg liess sich im Mai 2002 in Chur zum Diakon und im April 2003 in Einsiedeln zum Priester weihen. Seit 2011 ist er ausserdem Dekan des Dekanats Uri, das 24 Pfarreien umfasst.

Krieg spürt Aufbruchsstimmung

Daniel Krieg unterstützt die neue Politik in Chur. «Persönlich erlebe ich die Stimmung als unverkrampfter. Es ist eine gewisse Aufbruchsstimmung spürbar», sagte Krieg gegenüber kath.ch. Er wolle sich einsetzen für eine Aufarbeitung der jahrelangen Konflikte im Bistum Chur.

Daniel Krieg löst Regens Martin Rohrer ab, der die Stelle während acht Jahren innehatte. Bischof Bonnemain dankt Martin Rohrer im Brief für sein Engagement mit Herzblut und schreibt: «Es waren intensive und nicht immer einfache Zeiten, in welchen er das Priesterseminar zu führen hatte.» Rohrer gehört den konservativen «Servi della Sofferenza» an.

Immer wieder hatte es Kritik an Rohrers Amtsführung gegeben. «Weihbischof Marian Eleganti hatte den Anstand, das Regensamt zu quittieren, als Bischof Vitus Huonder Männer gegen den Rat des Regens zu Priestern geweiht hat. Martin Rohrer hat das hingenommen», kritisierte etwa Kirchenmusik-Dozent Mario Pinggera gegenüber kath.ch.


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