Auch zwei Kamele erhielten den Tiersegen

In der Pfarrei Bruder Klaus in Bern hat am Sonntag die traditionelle Tiersegnung stattgefunden. Zahlreiche Kinder, Eltern und Grosseltern nahmen an der Feier teil. Selbst der Pfarrer stieg aufs Kamel.

Wolfgang Holz

Gesegnet wurden unter anderem Hunde, Katzen, Mäuse, Plüschtiere und Pferde – sowie zwei Kamele. Diese sorgten für eine besondere Attraktion: Kinder und Erwachsene konnten auf ihnen reiten, wie es in einer Medienmitteilung der Pfarrei heisst.

«Es war sehr hoch droben.»

Auch Pfarrer Nicolas Betticher stieg bei der Tiersegnung auf ein Kamel, nachdem sämtliche anwesenden Kinder auf den «Wüstenschiffen» geritten waren. «Es war sehr hoch droben», beschreibt Betticher sein Reiterlebnis auf Nachfrage von kath.ch. Die langsame Fortbewegung auf den Kamelen sei wie das angenehme Eintauchen in eine andere Kultur gewesen. «Bei uns kennt man ja vor allem die schnelle Bewegung von Pferden.»

«Viele Menschen sind einfach auf der Suche nach Spiritualität und möchten, dass ihre Tiere geschützt sind.»

Nicolas Betticher freute sich über die grosse Anzahl an Menschen, die vor allem mit ihren Hunden zur Tiersegnung erschienen waren. Darunter seien viele gewesen, die er aus seiner Pfarrei gar nicht gekannt habe.

«Viele Menschen sind einfach auf der Suche nach Spiritualität und möchten, dass ihre Tiere geschützt sind», erklärt sich der Berner Seelsorger die Attraktivität solcher Veranstaltungen. «Für mich persönlich sind diese Tiersegnungen die schönsten Rituale, weil sie zum einen direkt mit der Schöpfung Gottes zu tun haben und zum anderen die Liebe der Menschen zu ihren Tieren zum Ausdruck bringen.» Und Tiere seien für viele einsame Menschen heutzutage sehr wichtig.

Pfarrei registriert positives Interesse

Die Pfarrei Bruder Klaus organisiert mehrmals im Jahr besondere Rituale und Gottesdienste, um die Liebe Gottes zur Menschheit und zur gesamten Schöpfung zum Ausdruck zu bringen. Sie sollen den Glauben im Alltag stärken und auf konkrete spirituelle Bedürfnisse der Gläubigen eingehen.

Die Idee, solche Rituale regelmässig anzubieten, entstand laut der Pfarrei Bruder Klaus während der Covid-19-Pandemie. «Als Eucharistiefeiern und andere Gottesdienste zeitweise nicht stattfinden durften, beobachtete die Pfarrei, dass Gläubige eigene Rituale entwickelten, um ihren spirituellen Bedürfnissen Ausdruck zu verleihen.

Daraus entstand das Konzept, regelmässig besondere Rituale anzubieten – inzwischen in der Regel eines pro Monat», sagt Adish Ainkaran, Sekretär der Pfarrei, gegenüber kath.ch. Die Pfarrei ziehe eine positive Bilanz: Die Angebote stossen auf reges Interesse.


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https://www.kath.ch/newsd/tiersegen-in-bern-auch-zwei-kamele-erhielten-den-segen/