Mit Gottesdiensten, Gebeten und Gedenkveranstaltungen erinnern die katholischen Bischöfe in den USA am Freitag an die Terroranschläge vom 11. September 2001 und insbesondere an die fast 3000 Todesopfer. Es jährt sich der 25. Jahrestag der folgenschweren Anschläge.
(KAP) Zum 25. Jahrestag der Terroranschläge rufen die katholischen Bischöfe angesichts neuer Kriege und internationaler Spannungen zu Frieden und Hoffnung auf.
Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Paul S. Coakley, erklärte, der Glaube habe die Menschen während der Anschläge und ihrer Folgen «aufgerichtet und getragen». Zugleich rief der Erzbischof von Oklahoma City dazu auf, sich erneut als «Werkzeuge Christi für den Frieden» in einer zunehmend gespaltenen Welt zu verstehen.
In New York steht bereits am Donnerstag ein abendlicher Gottesdienst mit Erzbischof Ronald A. Hicks und Bischof Robert Brennan aus Brooklyn in der St.-Patrick-Kathedrale auf dem Programm. Eingeladen sind unter anderem Angehörige der Opfer, Vertreter von Polizei und Feuerwehr sowie aktive Einsatzkräfte.
Die St. Patrick’s Cathedral war bereits unmittelbar nach den Anschlägen vor 25 Jahren ein zentraler Ort des Gedenkens: Der damalige New Yorker Erzbischof Kardinal Edward Egan feierte dort am 16. und 17. September 2001 grosse Gedenkgottesdienste, die weltweit übertragen wurden.
Am 11. September beteiligt sich Erzbischof Hicks auch an einem interreligiösen Gedenkgottesdienst im St.-Nicholas-National Shrine direkt am World Trade Center. Gemeinsam mit dem griechisch-orthodoxen Erzbischof Elpidophoros und weiteren Religionsvertretern aus New York soll dort der Opfer gedacht werden.
Auch zahlreiche Pfarreien der Erzdiözese New York veranstalten Gedenkmessen. Auf dem Resurrection Cemetery auf Staten Island werden 61 Opfer geehrt, auf dem Calvary Cemetery in Queens 16 weitere.
In Washington feiert Militärbischof Timothy P. Broglio am Freitag eine Gedenkmesse in der Nationalbasilika. In Pennsylvania nimmt Bischof Mark L. Bartchak von Altoona-Johnstown am Flight-93-National-Memorial bei Shanksville an einer interreligiösen Gedenkfeier teil.
Dort wird an die Passagiere und Besatzungsmitglieder von United Airlines Flug 93 erinnert, die sich gegen die Entführer zur Wehr setzten. Das Flugzeug stürzte bei Shanksville ab, bevor es sein mutmassliches Ziel in Washington erreichen konnte. Am Abend ist zudem ein Gebet des Bischofs bei der offiziellen Gedenkveranstaltung in Altoona vorgesehen.
Die ukrainisch-katholischen Bischöfe der USA erinnerten in einem am 4. September veröffentlichten Hirtenbrief daran, dass die Bilder des 11. September auch nach 25 Jahren «in unseren Köpfen eingebrannt» seien. Christen dürften sich jedoch nicht auf das Erinnern beschränken, sondern müssten auch über die Lehren des Terroranschlags nachdenken.
Hass könne Menschen dazu bringen, andere nicht mehr als Kinder Gottes, sondern als Feinde zu betrachten. Gleichzeitig habe der 11. September eine grosse Fähigkeit zu Mut, Mitgefühl, Opferbereitschaft und Nächstenliebe sichtbar gemacht. «Verzweiflung ist nicht die Sprache des Evangeliums. Hoffnung ist», betonten die Bischöfe.
Insgesamt starben am 11. September 2001 unmittelbar 2977 Menschen, darunter 441 Einsatzkräfte. Die gesundheitlichen Folgen reichen bis heute: Mehr als 57’000 Einsatzkräfte und Überlebende waren laut US-Gesundheitsbehörden wegen 9/11-bedingter Krebserkrankungen anerkannt.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/kirche-in-den-usa-erinnert-an-25-jahrestag-der-9-11-anschlaege/