Markus Hofer: «Der Sonnengesang ist kein Lob auf die Natur, sondern auf Gott, den Schöpfer»

Der österreichische Theologe und Buchautor Markus Hofer befasst sich seit vielen Jahren mit Franz von Assisi. Im Podcast «Laut + Leis» sagt er, was ihm der berühmte «Sonnengesang» des Heiligen bedeutet.

«Früher habe ich den Sonnengesang aus Filmen gekannt wie von Zeffirelli, wo dann Franz und Clara platonisch verliebt durch die Mohnfelder Umbriens spazieren, und dazu singt dann Donovan den Sonnengesang. Wunderschön, haarscharf am Kitsch vorbei.

Für mich hat der Sonnengesang viel mehr Tiefe bekommen, als ich gemerkt habe, wann und wie er den geschrieben hat: Da war Franz von Assisi schwer krank, er hat beim Schlafen nicht mehr liegen können, weil sich sonst der Eiter in den Augen gestaut hat. Er war in einem Felsschlupf drin, wo es Mäuse gegeben hat. Er muss unheimliche Schmerzen gehabt haben. Und in dieser Situation beginnt er seinen Lobpreis der Schöpfung. Wow!

Also das ist weit, weit weg von jeder Naturschwärmerei. Sondern das ist eine Zuversicht, die können wir uns kaum vorstellen. Er war ein tief religiöser Mensch. Und auch der ganze Sonnengesang ist kein Lob auf die Natur, sondern ein Lob auf Gott, den Schöpfer, der diese Natur geschaffen hat.

Das hört man heute vielleicht nicht mehr immer so gern. Man betont stärker die schwärmerische Naturanbetung. Doch das war es nicht, es war wirklich ein Lob auf den Schöpfer.»

Das sagt der römisch-katholische Theologe und Buchautor im Podcast «Laut + Leis». Seine Biografie heisst «Franz von Assisi. Ein radikales Leben neu erzählt», erschienen ist sie im Tyrolia-Verlag. (sl)


Riesiges Strassenkunstwerk ehrt den heiligen Franz von Assisi

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«Laudato si» – Sonnengesang des Franz von Assisi

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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