Der Schweizer Bischofskonferenz gehören die Diözesanbischöfe, die Weihbischöfe die Äbte von Einsiedeln und Saint-Maurice sowie einige emeritierte Bischöfe an. Nun gibt sich das 1863 gegründete Gremium erstmals ein Leitbild.
Barbara Ludwig
Sie gilt als die älteste Bischofskonferenz der Welt, die sich regelmässig trifft. Gegründet wurde die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) bereits 1863. Mitglieder sind die Bischöfe und Weihbischöfe der Bistümer Basel, Chur, Lausanne-Genf-Freiburg, St. Gallen, Sitten und Lugano sowie die Äbte der Gebietsabteien Einsiedeln und Saint-Maurice.
Seit 2001 gehören auch die emeritierten Weihbischöfe dazu, sofern sie mit Sonderaufgaben betraut sind, schreibt der Kirchenhistoriker Victor Conzemius im Historischen Lexikon der Schweiz.
Nun gibt sich das oberste Gremium der katholischen Kirche in der Schweiz erstmals ein Leitbild. Es sei erarbeitet worden, um Mission, Rolle und gemeinsame Ziele der SBK kurz und verständlich zu formulieren, teilt Maurice Greder, Leiter Kommunikation, auf Anfrage von kath.ch mit.
Es habe weder einen konkreten Anlass gegeben noch hätten grundlegend veränderte Umstände die Bischöfe dazu bewogen, ein Leitbild zu erarbeiten. «Ausschlaggebend waren vielmehr verschiedene Erwartungen von aussen sowie die Erfahrungen der täglichen Arbeit», so Greder.
Das Leitbild mit Datum vom 2. Juni hat die SBK an ihrer letzten Vollversammlung verabschiedet und am Montag, 7. September, auf ihrer Website publiziert. Es diene in erster Linie als «interne Orientierungshilfe» für die Beschlussfassung sowie für die tägliche Arbeit und Zusammenarbeit im Generalsekretariat, in den Dienststellen und Gremien der SBK, erklärt Greder weiter. Gleichzeitig solle es «auch extern besser verständlich machen», wofür die SBK stehe und welche Ziele sie verfolge.
Das Ziel der Konferenz sei, die Einheit zwischen den Bischöfen und den Territorialabteien zu fördern und zu stärken, heisst es im Leitbild. Die SKB koordiniere Initiativen, die über die einzelnen Diözesen hinausgehen und dem ganzheitlichen Heil aller Getauften dienen. Ein prominentes Beispiel einer solchen Initiative – und wahrscheinlich in der Öffentlichkeit am ehesten bekannt – sind die schweizweit gültigen Richtlinien betreffend sexueller Übergriffe im kirchlichen Umfeld, die 2002 erstmals erlassen wurden.
In fünf Punkten beschreibt das neue Leitbild die Mission der Konferenz. Sie koordiniert unter anderem pastorale Aufgaben von nationaler Bedeutung, erlässt gemeinsame Normen und Richtlinien und vertritt die römisch-katholische Kirche in der Schweiz gegenüber Staat, Gesellschaft und den Medien.
Unter dem Zwischentitel «Prinzipien» heisst es, «unser Handeln gründet auf der Heiligen Schrift, der dynamischen Tradition der Kirche, dem ordentlichen Lehramt, all dies in einer synodalen Haltung». Dann folgt eine Reihe von Prinzipien, die das Denken, Entscheiden und Handeln der Konferenz leiten sollen wie Nächstenliebe und Menschenwürde, Verantwortung für die Schöpfung oder Dialog und Offenheit innerhalb der katholischen Kirche sowie in Bezug auf andere Konfessionen und Religionen.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
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