Die Fassade der spätgotischen Kirche St. Oswald in der Zuger Altstadt wird umfassend restauriert. Die Einrüstung der über 500 Jahre alten Kirche beginnt am heutigen 8. September 2026, Mitte September starten die eigentlichen Arbeiten, die bis 2027 dauern sollen. Anlass für das Restaurierungsprojekt war der Absturz einer Heiligenfigur im Dezember 2023.
Wolfgang Holz
Nach dem Absturz der Figur des heiligen Wolfgang von der Sandsteinfassade im Dezember 2023 liess der Kirchenrat die Fassade umfassend untersuchen. Dabei zeigte sich, dass zahlreiche Skulpturen, Konsolen, Baldachine und Strebepfeiler altersbedingte Schäden aufweisen und restauriert werden müssen.
«Die Figur des heiligen Wolfgang ist bekanntermassen aus etwa fünf Metern von der Fassade gestürzt und beim Aufprall in mehrere Teile zerborsten.»
Wie es ganz konkret im Fall der Restauration des heiligen Wolfgang weitergeht, der über dem Hauptportal der Kirche St. Oswald platziert war, ist laut Kirchenrat Stefan Hegglin noch nicht klar. «Die Figur des heiligen Wolfgang ist bekanntermassen aus etwa fünf Metern von der Fassade gestürzt und beim Aufprall in mehrere Teile zerborsten», so Hegglin auf Anfrage von kath.ch. Könne die Figur nicht restauriert werden, werde man ein Duplikat oder eine Kopie auf die Konsole stellen.
Offen sei weiterhin auch, was mit den anderen Figuren geschieht, die 2024 von der Fassade abgenommen werden mussten. Eine interdisziplinäre Expertengruppe prüfe derzeit mögliche Lösungen, so Hegglin. Dabei seien sowohl denkmalpflegerische als auch materialtechnische Fragen zu berücksichtigen. Die Nischen an den Strebepfeilern dürften deshalb noch längere Zeit leer bleiben.
Eine zentrale Massnahme betrifft laut Medienmitteilung der Kirchgemeinde der Katholischen Kirche der Stadt Zug die Befestigung der Figuren. Gemeinsam mit der Denkmalpflege sei eine technische Lösung entwickelt worden, mit der die historischen Konsolen künftig entlastet werden können. Nach der Restaurierung sollen sie nur noch ihr eigenes Gewicht tragen, nicht mehr jenes der darauf stehenden Figuren. Erste entsprechende Massnahmen wurden bereits umgesetzt.
Nun werden die Strebepfeiler des Chors und der Seitenschiffe restauriert. Die Arbeiten erfolgen in zwei Etappen: Die erste dauert von September bis Dezember 2026. Nach der Winterpause wird die Restaurierung im April 2027 fortgesetzt. Der Abschluss ist im Verlauf des Jahres 2027 vorgesehen. Der genaue Zeitplan hängt von der Witterung ab. Die Restaurierungsarbeiten beschränken sich auf die Fassade. Die Innenräume bleiben zugänglich, Gottesdienste und kirchliche Feiern finden wie gewohnt statt.
Finanziert wird das Projekt über den Fonds zur Instandhaltung der Kirchen der Pfarrei St. Michael. Die Kirchgemeindeversammlung bewilligte dafür 2024 insgesamt 2,5 Millionen Franken. Das Amt für Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Zug beteiligt sich mit Beiträgen und begleitet die Arbeiten.
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