Luzern: Christen, Muslime und der Kanton rufen zum bewussten Wahrnehmen auf

Dieses Jahr stellen die Luzerner Landeskirchen, die Islamische Gemeinde Luzern und der Kanton ihre Aktion zum Bettag unter das Motto «Wahr?nehmen». Sie rufen dazu, auf vorschnelles Urteilen zu verzichten und «die andere Seite» zu sehen und anzunehmen.

Barbara Ludwig

Übernächstes Wochenende wird der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag begangen, ein staatlicher Feiertag. Seit 2009 treten die Luzerner Landeskirchen, die Islamische Gemeinde Luzern und der Kanton mit einer gemeinsamen Aktion an die Öffentlichkeit. Heuer stellen sie diese unter das Motto «Wahr?nehmen», heisst es in einer gemeinsamen Medienmitteilung.

«Wahrnehmen beginnt dort, wo wir innehalten und uns dem zuwenden, was ist – ohne vorschnelles Urteil», schreiben die Religionsgemeinschaften und der Kanton im Begleittext. Wahrnehmen bedeute, «die andere Seite» wirklich zu sehen, zuzuhören und anzunehmen, auch «wenn sie uns fremd erscheine».

Neue Perspektiven durch bewusstes Wahrnehmen

In einer Zeit, die von schnellen Meinungen und klaren Fronten geprägt sei, werde bewusstes Wahrnehmen zur Herausforderung. Und zugleich zu einer grossen Chance: Weil es Räume für Verständnis, für Begegnung und neue Perspektiven eröffne.

Laut Mitteilung weisen Plakate vor den Kirchen und Spots in den Bussen auf die Aktion hin. Pfarreien, Kirchgemeinden und Religionsgemeinschaften würden zudem das Thema jeweils für die Gestaltung ihrer Bettagsfeiern aufnehmen. Diese Feiern sind demnach oft ökumenisch oder interreligiös.

Zu den Luzerner Landeskirchen zählen die römisch-katholische und die evangelisch-reformierte Landeskirche sowie die Christkatholische Kirchgemeinde Luzern.


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