Schutzpatron der Tiere und der Umwelt, Ordensgründer, Symbolfigur einer Kirche für die Armen: Franz von Assisi ist einer der populärsten Heiligen. Sein 800. Todestag wird breit gefeiert – auch mit moderner Street-Art.
(CIC) Zum 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi gestalten Strassenmaler aus aller Welt ein riesiges Gemeinschaftswerk vor der Grabeskirche des Ordensgründers. An dem 50 Quadratmeter grossen Bild arbeiten zwölf sogenannte Madonnari auf dem Platz der Basilika des mittelitalienischen Ortes, in der Franziskus (um 1181-1226) beigesetzt ist, wie das Portal Visit.Assisi berichtet. 40 weitere Künstler und Künstlerinnen schaffen ebenso viele Pflasterbilder zu Ehren des populären Heiligen.
Die Werke der Initiative «Francesco nell’arte dei Madonnari» sollen am Sonntag (30. August) um 11.30 vollendet sein und dann von den Franziskanern von Assisi gesegnet werden. Dafür werden die Madonnari die Nacht durcharbeiten, Interessierte können ihnen dabei zusehen. Die Veranstaltung ist Teil der Jubiläumsfeiern für den Schutzpatron Italiens, der am 3. Oktober 1226 in seinem Geburtsort Assisi starb.
Madonnari – von »Madonna« – sind traditionell italienische Strassenkünstler, die sich auf religiöse Motive auf Strassen und Plätzen spezialisiert haben; dabei verwenden sie farbige Kreide oder einfache Materialien. Die Ursprünge der Kunstform reichen bis ins 16. Jahrhundert. Heute werden auch moderne Techniken genutzt, einschliesslich dreidimensionaler Perspektiveffekte.
Das monumentale Gemeinschaftsbild mit dem Titel «Die Vision des heiligen Franziskus» stammt von dem US-amerikanischen Künstler Kurt Wenner, Erfinder der dreidimensionalen Strassenkunst und künstlerischer Leiter der Veranstaltung. Es verwebt die Geschichte des Heiligen, der Stadt Assisi und die Schönheit der umbrischen Landschaft miteinander.
Dargestellt sind unter anderen die Päpste Johannes Paul II., Franziskus, Leo XIV., die heilige Klara von Assisi, der heilige Carlo Acutis sowie der Wolf und andere Tiere, denen Franziskus gepredigt haben soll.
Das Werk würdigt die universelle Geschwisterlichkeit, den Frieden und die Sorge um die Schöpfung, die Franziskus in seinem berühmten Sonnengesang aufgegriffen hat. Sein typischer Gruss »Pax et Bonum« (Frieden und Heil) lade jeden Betrachter ein, diesen Segen weiterzugeben.
Das Gemeinschaftskunstwerk entsteht nicht direkt auf dem Pflaster des Platzes, sondern auf einem speziellen Linoleumbelag – einem natürlichen und ökologisch nachhaltigen Material, wie es hiess. Auch die 40 Einzelwerke mit einer Gesamtfläche von 220 Quadratmetern werden auf Linoleum ausgeführt, damit sie erhalten und ausgestellt werden können. In Assisi sind sie bis Dienstag (1. September) zu sehen.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/riesiges-strassenkunstwerk-ehrt-den-heiligen-franz-von-assisi/