Die Fokolar-Bewegung Schweiz hat am Wochenende den 50. Geburtstag des Zentrums Eckstein in Baar gefeiert – zusammen mit rund 500 Menschen. Am Festakt sprachen der Gemeindepräsident, Kirchenvertreter und mehrere Muslime.
Barbara Ludwig
Die Fokolar-Bewegung Schweiz, das «Dialoghotel Eckstein» und die Baarer Bevölkerung haben am vergangenen Wochenende «50 Jahre Zentrum Eckstein» gefeiert. Rund 500 Personen seien ein- und ausgegangen, heisst es in einem Pressecommuniqué der katholisch geprägten Fokolar-Bewegung.
«Die Fokolar-Bewegung zeigt seit 50 Jahren, wie wichtig Dialog, Nächstenliebe und Verbundenheit über die Grenzen hinweg sind», sagte der Baarer Gemeindepräsident Walter Lipp demnach am Festakt vom Samstag im Dialoghotel. Monika Ulrich, Präsidentin des Kirchenrats der Reformierten Kirche im Kanton Zug sagte, dass hier ökumenische Begegnung auf Augenhöhe gelebt werde. «Man muss Unterschiede sehen und anerkennen, um einander nicht zu verletzen», wird Ulrich zitiert. Dann gehe es aber darum, das Verbindende zu betonen.
Als Vertreterin des Bistums Basel war Therese Küng vor Ort präsent. Christliche Gemeinschaften wie die Fokolar-Bewegung seien eine gesunde Herausforderung für die Kirchen, in Bewegung zu bleiben, sagte die Regionalverantwortliche von St. Viktor gemäss Mitteilung.
Die Fokolar-Bewegung engagiert sich nicht nur in der christlichen Ökumene, sondern auch im interreligiösen Dialog. So hat sich im Zentrum Eckstein ein intensiver interreligiöser Dialog mit der muslimischen Hizmet-Bewegung (auch Gülen-Bewegung genannt) entwickelt, sagte die Medienbeauftragte der Fokolar-Bewegung Schweiz, Beatrix Ledergerber, im Vorfeld gegenüber kath.ch.
Die Früchte davon zeigten sich, als am Samstag mehrere Muslime am Festakt das Wort ergriffen. Dies waren zunächst Ramazan Özgu von der Hizmet-Bewegung, der seine Wünsche in einem Gebet zu Ausdruck brachte: «Gott, lass diese Gemeinschaft beständig sein. Erlaube uns, voneinander zu lernen und die geschwisterliche Liebe weiterzuführen.»
Der Imam von Volketswil im Kanton Zürich, Kaser Alasaad, fügte hinzu, dass die Welt, die so voller Unheil sei, «mehr Fokolar» brauche. «Das heisst: mehr Menschlichkeit, mehr Offenheit füreinander und mehr Begegnung.» Ebenfalls anwesend war Taner Hatipoglu, der frühere Präsident der Vereinigung der Islamischen Organisationen im Kanton Zürich (Vioz).
Ein gemeinsames Gebet für den Frieden bildete den Schlusspunkt des Festaktes, in dessen Rahmen auch eine neue Ausstellung über die Geschichte der Bewegung weltweit und in der Schweiz eröffnet wurde.
Mit einem Karussell und Spielen für Kinder, mit Markt- und Foodständen sowie Workshops und Gesprächsrunden über Kunst, Kultur und Dialog, mit einer Meditation im Raum der Stille wurde vor und nach dem Festakt bei schönstem Wetter im Festzelt auf dem Innenhof des Dialoghotels weiter gefeiert, heisst es im Communiqué. Am Sonntag schliesslich feierte die Bewegung einen ökumenischen Gottesdienst im Saal des Dialoghotels Eckstein.
Das Bildungs- und Begegnungszentrum der Fokolar-Bewegung Schweiz hat seit seiner Gründung 1976 ein paar Mal den Namen gewechselt. Seit 2020 heisst es «Dialoghotel Eckstein».
Die 1943 in Italien gegründete Fokolar-Bewegung ist heute in mehr als 180 Ländern aktiv. Sie gehört zu den geistlichen Gemeinschaften der katholischen Kirche und setzt sich für Einheit und Geschwisterlichkeit im Glauben und in der Welt ein. Internationale Anerkennung erfährt sie wegen ihres Engagements für Frieden und Ökumene. In der Schweiz zählt die Bewegung rund 1000 Mitglieder, zwischen 15’000 und 20’000 Menschen stehen mit ihr in Verbindung.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/rund-500-menschen-feiern-das-fokolar-zentrum-eckstein/