Papst kritisiert moderne Schönheitsideale: Liebe ist der schönste Schmuck

Jugend und ein makelloses Äusseres gelten oft als Massstab für Schönheit. Papst Leo XIV. hält dagegen: Wahre Schönheit zeige sich in der Liebe – unabhängig vom Alter.

Severina Bartonitschek

(CIC) Papst Leo XIV. hat zu Mariä Himmelfahrt moderne Schönheitsideale kritisiert. Diese seien überwiegend von Hedonismus und Konsum geprägt, während sich wahre Schönheit in der Liebe zeige. Der Papst warnte am Samstag bei einer Messe in Castel Gandolfo davor, wertvolle Energie für Dinge zu verschwenden, «die nicht wirklich zählen und nicht für immer bleiben».

«Vielfach begegnet man Menschen, deren Gesicht von den Jahren und von Leid gezeichnet ist, und die dennoch in der Lage sind, Gelassenheit, Wohlwollen und Frieden auszustrahlen», sagte Leo XIV. in seiner Predigt in der Kirche San Tommaso da Villanova. «Ebenso können wir andere beobachten, die vielleicht äußerlich attraktiv sind, in ihrem Inneren jedoch hart und kalt.» Daran lasse sich erkennen, wo wahre Schönheit liege und wo Umkehr, Vergebung und Heilung nötig seien.

Liebe schönster Schmuck des Menschen

Ausgangspunkt seiner Überlegungen waren traditionelle Darstellungen der Muttergottes als junge, schöne Frau bei ihrer Aufnahme in den Himmel. «Dieses Bild steht scheinbar im Widerspruch zu der Erfahrung, die wir in fortgeschrittenen Jahren machen.» Doch sei es die Reinheit der Seele, die in Maria – wie auch in uns – durch die Gnade Gottes die ganze Person erleuchte und verkläre und sie zur Herrlichkeit des Himmels führe, erklärte Leo XIV.

Diese göttliche Schönheit lasse sich im niedlichen Gesicht eines Kindes genauso wie in den Falten eines alten Menschen entdecken. Sie zeige sich sowohl in festlichem Schmuck als auch in Arbeitskleidung. «Die Liebe ist der schönste Schmuck des Menschen», so der Papst.

Ferragosto in Castel Gandolfo

Wie schon im letzten Jahr feierte Leo XIV. Mariä Himmelfahrt in der päpstlichen Pfarrei von Castel Gandolfo und verbrachte das Wochenende dort in seiner Sommerresidenz. Am Sonntag hielt er sein Mittagsgebet auf dem Platz des Bergstädtchens.

In Italien ist der 15. August nicht nur Mariä Himmelfahrt, sondern auch «Ferragosto», einer der wichtigsten Feiertage des Landes und Höhepunkt der Sommerzeit. Er wird im grossen Stil mit Familie und Freunden am Meer oder in den Bergen gefeiert. Die Städte sind um diesen Tag herum leer. Der Begriff geht auf die heidnischen «Feriae Augusti» (Ferien des Augustus) aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert zurück. Der römische Kaiser Augustus hatte an diesem Datum seinen Untertanen das Privileg eines freien Tags gewährt.


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