Israelische Ministerin ebnet Weg für Gefängnis-Krokodile

Ein neues «Alligator Alcatraz», doch diesmal in Israel? Israelische Gefängnisse für palästinensische Häftlinge könnten bald von Krokodilen umgeben werden. Für die umstrittenen Pläne wurde nun ein erster Baustein gelegt.

(KNA) Die israelische Umweltministerin Idit Silman hat Nilkrokodile neu in die Kategorie betreute Wildtiere eingeordnet. Damit ebnete sie den Weg für ein Anliegen des israelischen Ministers für Nationale Sicherheit, des Rechtsradikalen Itamar Ben-Gvir, Haftanstalten mit den gefährlichen Reptilien zu umgeben, wie israelische Medien am Freitag berichteten. Die israelische Natur- und Parkbehörde ist gegen die Pläne Ben-Gvirs.

Ben-Gvir hatte im Dezember vorgeschlagen, palästinensische Sicherheitsgefangene in Haftanstalten unterzubringen, die von Krokodilen umgeben sind. Die Neueinordnung von Nilkrokodilen ermöglicht es, die Tiere statt bisher ausschließlich zu Bildungs- oder Forschungszwecken auch in anderen Einrichtungen zu halten. Ein Pilotprojekt mit Krokodilen aus einem Wildreservat in Hamat Gader in den besetzten Golanhöhen soll im Ketziot-Gefängnis in der Negevwüste erfolgen.

Fragwürdige Autorität

Berichten zufolge warnten die Rechtsberater des Ministeriums vor dem einseitigen Schritt Silmans, die damit ihre Kompetenzen überschreite. Vertreter der Natur- und Parkbehörde lehnen den Einsatz von Krokodilen in Haftanstalten ab. Die Tiere müssten geschützt und nicht als Schutz benutzt werden.

Gefängnisse, in denen Krokodile aktiv als zusätzliche Sicherheitsschranke für Häftlinge gehalten werden, gibt es bisher nicht. Im Juli vergangenen Jahres hatte die US-Regierung unter Donald Trump in Südflorida eine entsprechende Abschiebeeinrichtung für Migranten mit dem berüchtigten Spitznamen «Alligator Alcatraz» eröffnet. Die Anstalt wurde allerdings nach nicht mal einem Jahr im Mai schon wieder geschlossen.


Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.kath.ch/newsd/israelische-ministerin-ebnet-weg-fuer-gefaengnis-krokodile/