Norwegens Kirche prüft Seligsprechung von Literaturnobelpreisträgerin

Der Osloer Bischof Fredrik Hansen bezeichnet die Literaturnobelpreisträgerin Sigrid Undset als «Vorbild des christlichen Glaubens, eines tugendhaften Lebens und des Strebens nach Heiligkeit». Erste Bemühungen um eine Seligsprechung laufen.

(KAP) In Norwegen laufen Vorbereitungen zur Eröffnung eines Seligsprechungsverfahrens für die Literaturnobelpreisträgerin Sigrid Undset (1882-1949). Das hat der Osloer katholische Bischof Fredrik Hansen bekanntgegeben. «Für uns ist sie ein Vorbild des christlichen Glaubens, eines tugendhaften Lebens und des Strebens nach Heiligkeit», sagte Hansen laut Mitteilung der Diözese Oslo bei einem Gottesdienst am Mittwoch. Das Seligsprechungsverfahren werde im Herbst zunächst auf Diözesanebene formal eröffnet.

Gedenktag der Heiligen Sunniva auf der Insel Selja

Undset habe stets praktische Fürsorge für die Armen gezeigt und sich auch ganz der Sorge für ihre Tochter hingegeben. «Durch ihre zahlreichen Bücher hat sie unzählige Gläubige geprägt, sie dazu inspiriert, in Christus zu leben, und Zeugnis für unsere mittelalterlichen Heiligen abgelegt», erklärte der Bischof bei der Feier am Gedenktag der Heiligen Sunniva auf der Insel Selja. Der Ort gilt als Wiege des Christentums in Norwegen.

Sigrid Undset erhielt 1928 den Nobelpreis für Literatur. Die Norwegerin trat 1924 aus der protestantischen in die katholische Kirche über und wurde Laiendominikanerin. Ihren Weg in die katholische Kirche thematisiert sie in einigen Werken. Posthum wurde zudem ihre Biografie über Katharina von Siena veröffentlicht. Der Nobelpreis für Literatur wurde Undset «vor allem für ihre eindringlichen Beschreibungen des nordischen Lebens im Mittelalter» verliehen.

Infos auf der Website der Diözese Oslo.


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