10 Jahre «Kirche mit* den Frauen» – und wieder reisen Frauen aus der Schweiz nach Rom

Vor zehn Jahren pilgerte die Bewegung «Kirche mit* den Frauen» nach Rom – mit dem Anliegen, dass Männer der Kirche künftig nicht mehr ohne Frauen über deren Rolle in der Kirche entscheiden sollten. Nun würdigt eine Gruppe von Frauen das damalige Engagement mit einem Besuch in Rom. In Gesprächen soll zudem die fehlende Gleichberechtigung angemahnt werden.

Barbara Ludwig

Zum 10-Jahr-Jubiläum der damaligen Pilgerreise fahren am Donnerstag 18 Frauen aus der Schweiz nach Rom. Dort werden sie Vertreterinnen aus dem Vatikan und verschiedenen anderen Institutionen treffen, heisst es in einem Communiqué der sogenannten «Ad-limina»-Gruppe. Die Reise nach Rom wird – in Anlehnung an die periodischen Treffen von Bischöfen mit dem Papst und den vatikanischen Dikasterien – als «Ad-Limina-Besuch» bezeichnet.

Zur Reisegruppe zählen Pilgerinnen, freiwillig engagierte Frauen aus allen Schweizer Diözesen, Kirchen- und Synodalrätinnen, Vertreterinnen des Frauenbund Schweiz, des Réseau des Femmes, der «Allianz Gleichwürdig Katholisch», des Frauenrats der Schweizer Bischofskonferenz und des Catholic Women’s Council.

Gespräch mit Schweizer Botschafterin

Sie werden nach Angaben von Helena Jeppesen-Spuhler am Donnerstag und Freitag unter anderem mit der Untersekretärin des Dikasteriums für die Laien, die Familie und das Leben Linda Ghisoni, der Schweizer Botschafterin beim Vatikan, der Internationalen Vereinigung der Generaloberinnen (UISG) und der Weltunion der Katholischen Frauenverbände (WUCWO) Gespräche führen. Als Mitglied der Weltsynode wirke sie bei dieser Vernetzung im Vatikan mit; dies gehöre auch zur Implementierung der Synode, schreibt die Schweizerin in der Begleitmail an kath.ch.

Gleichberechtigung als «Schlüsselfrage» der Reformagenda

«In den vergangenen zehn Jahren hat die Notwendigkeit nach dem Engagement für Gleichberechtigung in der katholischen Kirche nicht nachgelassen», betont die Gruppe im Communiqué. Gleichberechtigung «als Schlüsselfrage» müsse «ganz oben auf der Reformagenda der katholischen Kirche stehen».

Mit der Romreise soll demnach das grosse Engagement der Pilgerinnen und Pilger von 2016, der vielen Mitbeter und Mitkämpferinnen sowie anderer Initiativen gewürdigt werden. Namentlich genannt werden die Junia-Initiative und das Donnerstagsgebet. Ein weiteres Ziel sei, die fehlende Gleichberechtigung als Schlüsselthema anzumahnen und deren Dringlichkeit für eine glaubwürdige Kirche deutlich zu machen.

Pilgerreise 2016 war Höhepunkt

Die Bewegung «Kirche mit* den Frauen» entstand 2014. Ihren bisherigen Höhepunkt bildete 2016 eine Pilgerreise der Gruppe zu Fuss von St. Gallen bis nach Rom. Diese startete am 2. Mai und endete am 2. Juli in Rom.

Eine neunköpfige Gruppe – acht Frauen und ein Mann – pilgerten die ganze Wegstrecke von St. Gallen nach Rom. Die meisten übrigen schlossen sich etappenweise an. Am 2. Juli feierten die Initiantinnen und Initianten zusammen mit 500 angereisten Personen einen Gottesdienst im Petersdom.

Dort engagierten sich auch Schweizer Bischöfe – etwa der Basler Bischof Felix Gmür mit einer ermutigenden Messe und der damalige St. Galler Bischof Markus Büchel als Vermittler des Briefes an den Papst. Auch der Frauenbund war vertreten.

Die Gruppe «Kirche mit* den Frauen» wurde zwar nicht von Papst Franziskus persönlich empfangen. Doch ihren Brief konnten sie ihm mit Vermittlung von Markus Büchel und dem Schweizer Kapuziner Mauro Jöhri übergeben lassen. Jöhri lebte damals als Generalminister der Kapuziner in Rom.


Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

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