Hildegard Aepli: «Die Fürbitten der Kinder haben mich umgehauen»

Seit 2021 lassen sich jedes Jahr fünf Menschen für eine Woche in der nachgebauten Wiborada-Zelle in St. Gallen einschliessen. Die Erste, die es gemacht hat, war die Theologin Hildegard Aepli. Im Podcast «Laut + Leis» sagt sie, was Menschen ihr anvertraut haben. 

«Ja, also zuerst mal war ich überrascht, wie viele Menschen kamen. Ich hatte 147 Besuche in dieser Woche und eine grosse Menge an Fürbitten. Und die Fürbitten der Kinder, die haben mich umgehauen.

Weil da standen halt so ehrliche Sätze wie ‹Lieber Gott, mein Vater trinkt› und dann eine Bitte. In dieser Dünnhäutigkeit, in der man selber ist in dieser Zelle, hat mich das erschüttert.

An eine Begegnung mit einem Mann, den kannte ich, erinnere ich ich ebenfalls sehr gut: Er kam vorbei, ich öffnete das Fenster, und er erzählte fadegrad eine Geschichte, die ihm schwer auflag. Die legte er einfach so hin, und ich staunte einfach darüber, dass er so gezielt kam, um das bei mir zu deponieren.»

Das sagt Hildegard Aepli im Podcast «Laut + Leis». Die Theologin und Seelsorgerin hat das Wiborada-Projekt der St. Galler Kirchen initiiert. Vor 1100 Jahren hat Wiborada die Stadt vor dem Überfall der Ungarn gewarnt. St. Gallen gedenkt ihrer bis Ende Jahr mit einem umfangreichen Programm. Siehe auch Jubiläumswebsite. (sl)


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