Women’s Hope International lanciert Appell für sichere Geburten

Women’s Hope International schlägt Alarm: Die Kürzungen des Bundes in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit bedroht die medizinische Versorgung von Schwangeren und Neugeborenen weltweit – mit tödlichen Folgen. Mit einem Appell will die Berner NGO ein Zeichen setzen.

Jacqueline Straub

«Keine Frau sollte sterben, während sie Leben gibt», sagt Selina Leu. «Dass weiterhin so viele Frauen unnötig sterben, ist nicht nur eine Tragödie – es ist das Resultat politischer Entscheidungen», sagt Selina Leu, Kommunikationsverantwortliche von Women’s Hope International in der Mitteilung.

Die internationale Zusammenarbeit steht in der Schweiz erneut unter Druck – «mit potenziell katastrophalen Folgen», heisst es in der Mitteilung. Denn die OECD-Entwicklungsfinanzierung (ODA) verzeichnete im Jahr 2025 den stärksten Einbruch der Geschichte.

Gleichzeitig will der Bundesrat die Mittel weiter reduzieren: Im Budget 2025 wurden 110 Millionen Franken gekürzt, im Finanzplan 2026–2028 folgen weitere 321 Millionen Franken. Besonders betroffen ist die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit, während Mittel für humanitäre Hilfe und Friedensförderung weitgehend erhalten bleiben. Weitere Kürzungen sind absehbar.

Folgen der Sparpolitik

Dabei zeigt sich die Bevölkerung klar zurückhaltend gegenüber weiteren Kürzungen: Eine Umfrage der ETH Zürich von Anfang April belegt, dass rund drei Viertel dagegen sind. 77 Prozent wollen die Ausgaben mindestens stabil halten oder erhöhen.

Women’s Hope International setzt sich dafür ein, dass Frauen im Globalen Süden sicher gebären können. Die NGO warnt vor den Folgen der Sparpolitik: «Noch immer stirbt alle zwei Minuten irgendwo auf der Welt eine Frau an den Folgen von Schwangerschaft oder Geburt – an meist vermeidbaren Ursachen», sagt Selina Leu.

«Weniger Mittel bedeuten weniger Hebammen, weniger funktionierende Gesundheitseinrichtungen und weniger Zugang zu lebensrettender Versorgung.» Lange Zeit habe es Fortschritte bei der Senkung der Müttersterblichkeit gegeben. «Die Budgetkürzungen drohen diese nun rückgängig zu machen», so Selina Leu.

Parallel zum Rückgang internationaler Hilfe nehmen humanitäre Krisen zu. Der Bürgerkrieg im Sudan etwa hat bis August 2025 etwa 150’000 Zivilisten getötet – und rund zwei Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Viele davon sind nun im Tschad, ein Partnerland von Women’s Hope. «Schwangere Frauen und Mütter mit Neugeborenen brauchen ein Dach über dem Kopf, Wasser, Essen, medizinische Versorgung», sagt Selina Leu. Der Bedarf an Unterstützung sei enorm, doch bislang konnte nur etwa ein Drittel gedeckt werden.

Appell für sichere Geburten

Vor diesem Hintergrund lanciert die Berner NGO am Donnerstag einen Appell für sichere Geburten. Der Appell fordert, die Finanzierung für globale Gesundheitsprogramme zu sichern und auszubauen – und ruft die Bevölkerung dazu auf, ein deutliches Zeichen zu setzen. Ziel ist es, mindestens 5000 Unterschriften zu sammeln.


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