In der Freiburger Kathedrale in Deutschland entsteht eine faszinierende Installation: Die Künstlerin Elke Maier zieht Tausende, haarfeine Fäden durch den Kirchenraum. «Sichtbar-Unsichtbar» wird bis September gezeigt.
(KNA) Erstmals entsteht im Freiburger Münster in Deutschland eine grosse, zeitgenössische Kunstinstallation. Die für ihre aus Baumwollfäden entwickelten Installationen bekannte Künstlerin Elke Maier hat dazu jetzt die ersten weissen Baumwoll-Garnfäden vom rund 27 Meter hohen Deckengewölbe im Chorraum bis vor den Hochaltar von Hans Baldung Grien gespannt.
«Die Arbeit wird sich während des Aufbaus bis Pfingsten im Dialog mit dem Kirchenraum entwickeln. Es ist mir wichtig, die besondere kultur- und kunstgeschichtliche Bedeutung der Kathedrale aufzugreifen», sagte Maier der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Geplant ist auch, Fäden horizontal durch das gesamte, rund 120 Meter lange Kirchenschiff zu spannen.
Die Kuratorin des Kunstprojekts, Katharina Seifert, sprach von einer intensiven, stillen und zugleich sehr spirituellen Arbeit. Die Installation lade zum Nachdenken über Gott und das über die sichtbare Welt hinaus Gehende ein. «Maier gelingt es, mit dem eigentlich unverfügbaren Licht zu arbeiten. Je nach Tageszeit und Lichteinfall werden neue Sinneseindrücke möglich.»
Die «Sichtbar-Unsichtbar» betitelte Arbeit soll in sechs Wochen, am 22. Mai, fertig und dann bis zum 28. September zu erleben sein. Maier hat ähnliche Arbeiten schon in anderen Kathedralen und Kirchen aufgebaut: etwa im Wiener Stephansdom, im Bamberger Dom und in der Markuskirche in Hannover.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/tausende-faeden-als-lichtfaenger-installation-im-freiburger-muenster/