Er war ein Heimkind. Heute ist Guido Fluri einer der erfolgreichsten Unternehmer der Schweiz und Philanthrop. Schweizweit berühmt geworden ist er mit der Wiedergutmachungsinitiative. Im Podcast «Laut + Leis» sagt er, was es braucht, um die Aufarbeitung europaweit voranzutreiben.
«Viele Opferorganisationen haben wenig Geduld, man merkt das. In vielen Ländern sind sie sich untereinander nicht einig, auch ausserhalb Europas, und das schafft keine klare Lösung oder klare Struktur.
Man sieht das beispielsweise in Deutschland, ich hatte auch im Bundestag Gespräche. Da habe ich oft gehört, wie können wir die Aufarbeitung vorantreiben, wenn sich die Opfergruppen untereinander nicht einig sind. Ich habe immer versucht, über die europäische Resolution im Europarat eine Lösung zu finden, an der man sich orientieren kann.
Ich habe die Hoffnung und habe mehrere Versuche gestartet, mit dem Vatikan im Dialog zu bleiben. Kardinal Kurt Koch hat mir versichert, er habe mich nicht vergessen und wolle mir eine Möglichkeit für ein weiteres Gespräch geben.
Mein Ziel bei der Missbrauchsbekämpfung ist eine einheitliche Linie – beispielsweise mittels eines Dekrets, das vom Heiligen Vater gesprochen wird. Sonst wird es schwierig, denn die einzelnen Bischofskonferenzen funktionieren unterschiedlich.»
Das sagt Guido Fluri im Podcast «Laut + Leis». Der gläubige Katholik engagiert sich mit seiner Stiftung in den Bereichen Hirntumore, Gewalt an Kindern und Leben mit Schizophrenie. Anfang März dieses Jahres hat er eine Initiative für ein sichereres Internet lanciert. (sl)
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