Guido Fluri: «Ich fühle mich verantwortlich für die Missbrauchsopfer»

Er war ein Heimkind. Heute ist Guido Fluri einer der erfolgreichsten Unternehmer der Schweiz und Philanthrop. Schweizweit berühmt geworden ist er mit der Wiedergutmachungsinitiative. Im Podcast «Laut + Leis» sagt er, wie er mit der römisch-katholischen Kirche im Dialog bleibt.

«Ich habe ja selber Juristen innerhalb meiner Stiftung, wo sich Missbrauchsopfer bei uns melden, wo man versucht, wieder eine Annäherung zu machen, zum Beispiel gerade jetzt im Wallis. Und man mauert dann schon. Es ist kein Befreiungsschlag. Das spürt man immer wieder.

Aber man muss konstruktiv bleiben. Man muss wirklich dranbleiben: Ich sehe immer wieder den Wanderprediger vor mir, der mir den Weg weist und sagt, du darfst nicht aufgeben.

Ich habe dann Druck, ich spüre, die Menschen werden älter, die diesen Missbrauch erlebt haben, viele sind bereits weggestorben. Ich habe ihnen die Würde nicht zurückgeben können. Das schmerzt mich dann sehr tief, weil ich mich für sie verantwortlich fühle.»

Das sagt Guido Fluri im Podcast «Laut + Leis». Der gläubige Katholik engagiert sich mit seiner Stiftung in den Bereichen Hirntumore, Gewalt an Kindern und Leben mit Schizophrenie. Anfang März dieses Jahres hat er eine Initiative für ein sichereres Internet lanciert. (sl)


Wiedergutmachungsinitiative: Wallimann vertritt katholische Kirche

800 Verdingkinder feiern Abschluss der Wiedergutmachungsinitiative

Flyer ermuntert Verdingkinder, Entschädigung zu beantragen

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.kath.ch/newsd/guido-fluri-ich-fuehle-mich-verantwortlich-fuer-die-missbrauchsopfer/