Der bewaffnete Konflikt zwischen den USA, Israel und Iran zeitigt schwerwiegende Folgen für die Menschen im Nahen Osten. Auch im Libanon eskaliert die Gewalt. Caritas Schweiz rechnet mit einem Anstieg der Fluchtbewegung. Deshalb wurde eine sofortige Nothilfe lanciert.
Wolfgang Holz
Die Caritas Schweiz, die seit Jahren ein eigenes Büro in der libanesischen Hauptstadt Beirut betreibt, bereitet gemeinsam mit den lokalen Partnerorganisationen AMEL und Caritas Libanon die Verteilung dieser lebenswichtigen Güter vor. Als erste Sofortmassnahme hat Caritas Schweiz 300’000 Franken für die Nothilfe im Libanon gesprochen. Weitere Massnahmen in der Region werden geprüft.
«Viele Schutzunterkünfte sind bereits voll, die Menschen müssen in Zelten oder unter freiem Himmel schlafen.»
Grund für die humanitäre Sofortmassnahme der Caritas Schweiz im Libanon: Die militärischen Auseinandersetzungen im Iran weiten sich auf den ganzen Nahen Osten aus. «Im Libanon hat eine grosse Fluchtbewegung eingesetzt», sagt Wael Darwish, Direktor Naher Osten bei Caritas Schweiz, aus Beirut in einem Mediencommuniqué. «Viele Schutzunterkünfte sind bereits voll, die Menschen müssen in Zelten oder unter freiem Himmel schlafen.»
Die Menschen im Süden des Libanon wurden von der israelischen Armee aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Caritas Schweiz rechnet aktuell mit 800’000 bis zu einer Million Menschen, die in diesen Tagen allein aus den südlichen Gebieten, der Bekaa-Ebene und den Vororten Beiruts fliehen müssen. Erste Staukolonnen haben sich bereits gebildet.
«Wir sind zutiefst beunruhigt über die anhaltenden Entwicklungen und Bombardierungen im gesamten Libanon, insbesondere im Süden, in Beirut und in der Bekaa-Ebene», sagt Wael Darwish. Lebensmittel und Notunterkünfte seien dringend nötig.
«Am dringendsten benötigt werden aktuell Trinkwasser, Lebensmittel und Notunterkünfte.»
Viele Menschen seien, so Caritas Schweiz, erst vor kurzem in ihre Heimat im Südlibanon zurückgekehrt, nachdem sie bei den letzten kriegerischen Auseinandersetzungen im Jahr 2024 vertrieben worden waren. Nun würden sie erneut Schutz, Stabilität und Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen verlieren. «Am dringendsten benötigt werden aktuell Trinkwasser, Lebensmittel und Notunterkünfte», sagt Wael Darwish.
Caritas Schweiz ruft alle Parteien eindringlich dazu auf, Zurückhaltung zu üben, zur Diplomatie zurückzukehren und umgehend zu deeskalieren. Die Caritas appelliert an einen sofortigen Waffenstillstand, den Schutz der Zivilbevölkerung und die konsequente Wahrung des humanitären Völkerrechts. Wael Darwish sagt: «Die Zivilbevölkerung darf nicht den Preis weiterer Gewalt tragen. Alles muss darangesetzt werden, Menschenleben zu schützen und die Stabilität in der Region zu bewahren.»
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