Bei der Analyse der digitalen Performance von kath.ch im Jahr 2025 ist ein Aufwärtstrend erkennbar. Bei den Seitenaufrufen und bei den Besucherzahlen konnte das Niveau des Vorjahres deutlich überboten werden.
Nadia Omar*
2538 journalistische Beiträge hat kath.ch im vergangenen Jahr veröffentlicht. Tag für Tag gab es auf dieser Online-Plattform fünf, sechs oder auch sieben neue Beiträge zu lesen, auch an Sonn- und Feiertagen wurden hier tagesaktuelle News bereitgestellt, dazu kamen Hintergrundberichte, Kommentare, Gastkommentare sowie Podcasts, Videos und der tägliche Medienspiegel.
Diese Arbeit wurde von der Leserschaft geschätzt. Die Messungen der digitalen Performance von kath.ch lassen ein deutliches Wachstum erkennen. Die Zahlen für die Seitenaufrufe (Page Impressions +44,2%) und für die Besucher (Unique Visitors +24%) erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr im zweistelligen Prozentbereich. Das ist eine signifikante Verbesserung.
Es gab Texte, die wurden mehr als 100’000 mal angeklickt. Und sie wurden nicht nur angeklickt, sondern auch aufmerksam gelesen. Bei den meistgelesenen Beiträgen wurde eine Scrolltiefe von 60 bis 90 Prozent gemessen. Das heisst: Viele Leute haben diese Texte bis ganz unten gescrollt und bei der allgemeinen hohen Verweildauer sehr wahrscheinlich auch bis zum Schluss gelesen.
Vor fünf Jahren hatte das Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft (Foeg) der Universität Zürich kath.ch gründlich evaluiert. Dabei wurde auch das Bildungsniveau der kath.ch-Leserschaft ermittelt. Es zeigte sich, dass diese Leserinnen und Leser überdurchschnittlich hoch gebildet sind. Mehr als zwei Drittel verfügen über eine universitäre Bildung. Das muss wissen, wer die Nutzungstiefe von kath.ch richtig einschätzen will.
Dass hochgebildete Menschen überdurchschnittlich viel Zeit auf der Website von kath.ch verbringen, bestärkt die Vermutung, dass diese Publikation eine hohe journalistische Qualität zu bieten hat. Ein Besuch auf kath.ch dauert durchschnittlich 2,48 Minuten.
Bei fast allen bisher erwähnten Parametern – Reichweite und Nutzungstiefe – konnte sich kath.ch 2025 gemessen an den Vorjahreswerten deutlich verbessern. Auch im Vergleich mit den katholischen Medienzentren in der Westschweiz und im Tessin schwingt kath.ch obenauf. Das wird hier erwähnt, nicht um die italienisch oder französisch sprechenden Kolleginnen und Kollegen schlecht zu machen, sondern um klar zu machen, dass die teilweise markanten Steigerungen nicht durch äussere Ereignisse, etwa durch thematische Besonderheiten 2025, wegerklärt werden können.
Kath.ch hat schwierige Zeiten hinter sich. Ein Ausflug in die Niederungen des Boulevard-Journalismus verprellte viele Leserinnen und Leser. Das ist seinerzeit auch den Medienexperten des Foeg aufgefallen: In der erwähnten Studie attestierten die Zürcher Medienwissenschafter kath.ch einen «bisweilen polemischen Stil, der oft auf Personen zielt» und deshalb «aneckt».
Das ist akademisch-vornehm ausgedrückt. Man hätte auch sagen können: Ein ruppiger Boulevardjournalismus hat das kirchliche Umfeld aufgemischt und aufgewühlt und viele Katholikinnen und Katholiken gegen kath.ch aufgebracht. Ein «Trümmerfeld», ein «tiefgreifender Imageschaden», «zerstörtes Vertrauen» – so charakterisierte in einer deutschen Publikation ein Kenner des schweizerischen kirchlichen Journalismus die Situation von kath.ch Anfang 2024.
Doch nun, so scheint es, ist der Turnaround geglückt. Seit Mai 2025 ist Stefan Betschon Chefredaktor von Kath.ch. Der altgediente NZZ-Wissenschaftsjournalist setzt auf Besonnenheit und Unaufgeregtheit. Der Leserschaft gefällt’s, wie die Zahlen zeigen.
*Nadia Omar ist Mitglied des Vorstands von kath.ch.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant