Der Bundesrat hat zusammen mit christlichen Kirchen in der Schweiz den 9. Januar 2026 zum nationalen Trauertag erklärt. Aus diesem Grund werden morgen um 14 Uhr schweizweit viele Kirchenglocken zu hören sein.
Stefan Betschon
Die Schweiz trauert. Der Himmel ist bedeckt, trübes Wetter. Es ist kalt. Die Vorhersagen der Meteorologen passen zum Anlass: Die Schweiz trauert. Der Bundesrat hat in Absprache mit den drei anerkannten christlichen Kirchen in der Schweiz den 9. Januar 2026 als nationalen Trauertag festgelegt.
Die Brandkatastrophe in Crans-Montana, die viele Todesopfer forderte, hat zu Beginn des Jahres die Schweiz erschüttert. Die Katastrophe forderte die Rettungskräfte heraus. Feuerwehrmänner, Polizisten und Ärztinnen leisteten Überstunden, versuchten zu retten, was zu retten war.
Dann nahmen sich die Journalisten des Themas an, kamen ins Hyperventilieren. Was ist passiert, wer sind die Betroffenen, wer hat die Schuld?
Nach dem Aktivismus ist jetzt der Moment gekommen, sich hinzusetzen, vielleicht auch: sich hinzuknien. Still zu werden. Jetzt ist die Zeit gekommen, um die Trauer zuzulassen.
Um unter den Menschen, die in der Schweiz trauern, ein Gefühl der Verbundenheit zu schaffen, um aus vielen Menschen, die in der Schweiz trauern eine Schweiz zu machen, die trauert, werden im ganzen Land um 14 Uhr die Kirchenglocken läuten. Das haben die Schweizer Bischöfe beschlossen und zu Beginn der Woche allen Pfarreiverantwortlichen mitgeteilt.
«Während des Glockengeläuts», so schreiben die Bischöfe, «sind die Menschen eingeladen zum stillen Gebet, zum Gedenken an die Verstorbenen, zur Verbundenheit mit den Verletzten und ihren Angehörigen».
Das Glockengeläut und das stille Gebet möchten die Bischöfe verstanden wissen als ein «Zeichen des Dankes an alle, die mit unermüdlichem Einsatz dafür sorgen, dass die Krise bewältigt werden kann». Dabei denken die Bischöfe an die Rettungskräfte, an die Fachleute in den Spitälern und auch an die politisch Verantwortlichen.
Die Kirchen sind gute Orte um sich auf die Trauer einzulassen, um im Gebet Kraft zu finden und diese Kraft weiterzugeben. Die Bischöfe haben deshalb die Pfarreien eingeladen, die Kirchen während des ganzen Tages offen zu halten, um einen Raum zu schaffen für «Gebet, Stille und Trauer».
«Sicher wäre es auch ein schönes Zeichen», so die Bischöfe , «wenn eine seelsorgende Person in der Kirche bereit ist für ein Gesprächangebot».
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant