Das Ausserrhoder Parlament will zwar kräftig sparen, nicht aber bei der Spitalseelsorge. Am Montag hat es Nein gesagt zur Streichung der entsprechenden Gelder an die Kirchen. Clemens Wick von der katholischen Kirche zeigt sich überrascht über das «positive Abstimmungsergebnis».
Barbara Ludwig
Der Kanton Appenzell Ausserrhoden muss sparen. Jüngst hat der Kantonsrat das Budget 2026 beraten. Der Voranschlag der Regierung enthielt geplante Kürzungen in verschiedenen Bereichen. Zum Sparprogramm der Regierung zählte unter anderem die Streichung der Gelder an die Spitalseelsorge, die je zur Hälfte an den Verband der römisch-katholischen Kirchgemeinden und an die evangelisch-reformierte Landeskirche gehen.
Doch mit der Streichung der Gelder an die Spitalseelsorge war der Kantonsrat nicht einverstanden, obschon er ansonsten an verschiedenen zusätzlichen Budgetposten den Rotstift ansetzte, wie aus einem Bericht der «Appenzeller Zeitung» hervorgeht. Kürzungen gab etwa beim Investitionsprogramm der Kantonsschule und beim Amt für Umwelt.
«Von der Spardampfwalze des Parlaments blieb einzig die Spitalseelsorge verschont», schreibt die Zeitung. Den Betrag von 114’000 Franken, den die Regierung bereits aus dem Voranschlag gestrichen hatte, holte der Kantonsrat demnach wieder zurück. Bei der Seelsorge soll nach dem Willen des Parlaments nicht gespart werden.
Jährlich betrug der Kantonsbeitrag allerdings bislang rund 152’000 Franken. Wegen der Kündigungsfrist der Leistungsvereinbarung sei für das kommende Jahr nur der Teilbetrag «April bis Dezember», besagte 114’000 Franken, als Einsparung im Voranschlag budgetiert gewesen, erläutert Andreas Disch vom Kommunikationsdienst des Kantons Appenzell Ausserrhoden auf Anfrage von kath.ch die Differenz. Auch im Jahr 2026 seien schliesslich wieder 152’000 Franken für die Spitalseelsorge eingestellt, versichert er.
Clemens Wick präsidiert den Zentralrat des Verbandes der römisch-katholischen Kirchgemeinden im Kanton. Die Ratsdebatte hat er auf dem Livestream mitverfolgt. Es habe Voten in beide Richtungen gegeben, aber das Engagement der Kirchen sei von allen gewürdigt worden, so Wick.
Über das «positive Abstimmungsergebnis» zeigt er sich überrascht, insbesondere weil eine Mehrheit der Kantonsräte zuvor die von der Regierung beantragte Steuererhöhung bachab geschickt hatte – dies habe ihn zunächst «etwas verunsichert».
Auf die Frage, ob mit dem jüngsten Entscheid des Parlaments seine Sorgen betreffend die Zukunft der Spitalseelsorge vom Tisch sind, meint Wick: «Es wird wohl bei weiteren Sparübungen wieder Versuche geben, bei der Spitalseesorge zu sparen.»
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https://www.kath.ch/newsd/appenzell-ausserrhoden-sparhammer-verschont-spitalseelsorge/