Pater Hans-Joachim Lohre war während 26 Jahren Missionar in Mali, bis er 2022 von Dschihadisten entführt und ein Jahr später wieder frei gelassen wurde. Im Podcast «Laut + Leis» berichtet er von Zeichen, die Gott ihm geschenkt hat.
«Ich wurde im November 2022 am Christkönigssonntag entführt. Und abends, als der Chef sagte, du bist Deutscher und deshalb nehmen wir dich in Geiselhaft, da dachte ich bei mir: Jetzt hast du überhaupt keine Möglichkeit, mit irgendjemandem in Kontakt zu treten. Du kannst auf niemanden zählen, weder Mitbrüder noch Familie oder Freunde. Du hast kein Telefon, keine E-Mail, kein Geld, keinen Autoschlüssel, nichts.
In diesem Moment kommt der Chef und sagt zu mir: ausziehen. Ich trug ja immer noch die Kleider, mit denen ich entführt wurde. Sollte die Polizei Kenntnis von diesen Kleidern bekommen, könnte das helfen, mich zu finden. Ich ziehe mich also aus, und der Chef greift mit der Hand in seinen Sack und zieht ein T-Shirt heraus, auf dem steht: I love my King. Ich liebe meinen König.
Der Sonntag, an dem ich entführt wurde, war der Christkönigssonntag. Ich konnte mit voller Überzeugung sagen: Okay, ihr habt mir alles genommen, aber eins könnt ihr mir ganz sicher nicht nehmen, meinen Glauben und meine Beziehung zu Jesus.»
Das sagt Pater Hans-Joachim Lohre im Podcast «Laut + Leis». Auf Einladung des Hilfswerks «Kirche in Not (ACN)» hat er kürzlich in verschiedenen Schweizer Pfarreien über seine Erfahrungen berichtet. Heute lebt und arbeitet er in Marseille. (sl)
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