Pfarrer Ruedi Beck verlässt die Luzerner Hofkirche

Bei der letzten Sonntagspredigt hat er es den Gläubigen der Pfarrei St. Leodegar mitgeteilt: Der leitende Priester Ruedi Beck verlässt die Hofkirche und widmet sich künftig voll und ganz dem Reuss-Institut. Dieses hat er 2019 mitgegründet.

Wolfgang Holz

«Die schnelle und gute Entwicklung des Reuss-Instituts sind der Grund, warum ich als Priester in der Hofkirche aufhöre. Das Reuss-Institut braucht meine ganze Kraft», nimmt der Luzerner Seelsorger gegenüber kath.ch Stellung. «Deshalb wird mich der Bischof auf Ende Juli 2026 für diese Aufgabe freistellen.»

34 Jahre lang Seelsorger

Nach 34 Jahren als Priester mit verschiedenen Stationen in Pfarreien in der Schweiz und in Italien beendet Beck damit seine direkte seelsorgerliche Tätigkeit. «Durch meine Pastoralarbeit in dem von Pfarrerin Sabine Brändlin und mir 2019 gegründeten Reuss-Institut kann ich aber auch weiterhin sehr viel beitragen für die Seelsorge», ist er überzeugt.

Neun Jahre lang in St. Leodegar

In der Hofkirche der Pfarrei St. Leodegar war Ruedi Beck neun Jahre Priester, davon die letzten zwei Jahre als leitender Priester. Dies hatte 2023 der heute 62-Jährige bekanntgegeben:  Er wolle die Pfarreileitung abgeben, um sich fortan vermehrt seiner geistlichen Berufung widmen zu können. Ruedi Beck ist von Amtes wegen auch Chorherr im Kollegiatstift St. Leodegar. Nun also der Absprung ans Reuss-Institut.

Kompetenzzentrum für Kirchenentwicklung

Das Reuss-Institut ist ein Kompetenzzentrum für Kirchenentwicklung in der Deutschschweiz mit Sitz in Luzern. Es wurde von Ruedi Beck aus Luzern und der reformierten Pfarrerin Sabine Brändlin aus Liestal sowie von drei weiteren Personen gegründet und öffnete seine Türen im September 2021 in Luzern.

Das Institut begleitet durch ein Prozesscoaching Gemeinden und Gruppen auf ihrem Weg der Kirchenentwicklung und bietet Aus- und Weiterbildung an. Die ökumenische Ausbildungsstätte in Luzern will den Zugang zu kirchlichen Berufen erleichtern. Laut eigenen Angaben bietet es eine dreijährige, berufsbegleitende Ausbildung in «Gemeindeentwicklung, Fresh Expressions of Church und Pioneering».

«Das Reuss-Institut soll ein Ort sein, an dem sich Menschen unterschiedlicher kirchlicher Beheimatung begegnen.»

«Das Reuss-Institut verbindet dabei ein Studium auf akademischem Niveau mit der Tätigkeit in der kirchlichen Praxis und dem eigenen Glauben. Das Institut vermittelt die Kenntnisse, um kirchliche Gemeinschaft in der heutigen Situation zu stärken und zu fördern», heisst es auf der Homepage. «Das Reuss-Institut soll ein Ort sein, an dem sich Menschen unterschiedlicher kirchlicher Beheimatung begegnen.»

Konkret verlässt Ruedi Beck damit die Stadtluzerner Hofkirche per Mitte 2026. Er sieht die Pfarrei St. Leodegar auf einem guten Weg. «Ich war und bin sehr gerne in der Pfarrei St. Leodegar tätig und schätze das Team und die Menschen sehr», hält er fest. «Ich bedaure es, dass ich nun bereits zwei Jahre vor der Pension Abschied nehmen muss. Was mir den Entscheid erleichterte, war das Wissen, dass zwei Jahre später sowieso der Abschied gekommen wäre aufgrund der Pension.»

Der Ärger, der rund um die Pfarrei vor zwei Jahren aufgrund eines Zeitungsartikels zur Übernahme der administrativen Pfarreileitung durch eine Frau entstanden sei, sei beigelegt. «Es gibt ihn nicht mehr», so Ruedi Beck gegenüber kath.ch. Die Katholische Kirche Stadt Luzern lässt verlauten, so die «Luzerner Zeitung», dass es noch zu früh sei, um über den Prozess der Neubesetzung zu sprechen.


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https://www.kath.ch/newsd/pfarrer-ruedi-beck-verlaesst-die-luzerner-hofkirche/