Bischof Lovey hat Amtsverzichts-Schreiben eingereicht

Der Bischof von Sitten, Jean-Marie Lovey, hat sein Amtsverzichts-Schreiben an den Papst geschickt. Lovey ist am 2. August 75 Jahre alt geworden. In Sitten entscheidet der Papst allein über den Nachfolger im Bischofsamt – im Unterschied etwa zu den drei Deutschschweizer Bistümern.

Bernard Hallet, cath.ch

«Ich höre oft von ‹Rücktritt›, aber das ist nicht der Fall», erklärt Jean-Marie Lovey gegenüber cath.ch. Ein Bischof «tritt nicht zurück», sondern vollzieht laut Kirchenrecht einen Akt des Amtsverzichts, wenn er dem Papst über den Apostolischen Nuntius sein Schreiben übermittelt. Gemäss kanonischem Recht muss der Bischof im Alter von 75 Jahren seinen Amtsverzicht einreichen. Aus gesundheitlichen Gründen kann er dies auch früher tun.

Warten auf Antwort aus Rom

Loveys Schreiben wurde am 2. August verschickt. Das bedeutet aber nicht, dass der Bischof von Sitten am selben Abend mit seinem Koffer in der Hand das Bischofshaus verlassen hätte. Lovey muss jetzt auf die Antwort aus Rom warten.

Der Papst kann nämlich beschliessen, die Amtszeit des Bischofs zu verlängern. Lovey erklärte jedoch in einem Interview mit cath.ch im Oktober 2024, dass er «wirklich daran denke, die Last abzugeben. Nicht aus Abneigung, sondern um anderen die Möglichkeit zu geben, die Nachfolge anzutreten (…)».

Wenn der Rücktritt angenommen wird, bleibt Jean-Marie Lovey so lange an der Spitze der Diözese, bis der Apostolische Nuntius in der Schweiz, Erzbischof Martin Krebs, bei der Suche einen potenziellen Nachfolger gefunden hat. «Sobald mein Nachfolger geweiht ist, werde ich nicht mehr Bischof von Sitten sein», präzisiert Lovey.

Eine «Terna» für den Papst

Der Nuntius wird eine Erhebung durchführen, um potenzielle Kandidaten zu finden und drei Namen auf eine Liste setzen, die sogenannte «Terna» (Dreierliste), die nach Rom geschickt wird. Gemäss Canon 377 des Kirchenrechts ist er aufgefordert, die Generalvikare und Bischofsvikare, die Mitglieder des Domkapitels, die Mitglieder des Klerus oder sogar Laien, die «für ihre Weisheit bekannt sind», sowie die Schweizer Bischofskonferenz zu konsultieren.

Der Papst wählt dann aus den drei Namen den neuen Bischof aus. Der Papst kann diese Namen auch ablehnen und eine neue Liste verlangen. Der Nuntius muss dann seine Nachforschung wiederholen.

Lovey wurde 2014 zum Bischof geweiht

Es kann mehrere Wochen oder sogar Monate dauern, bis der Name des Nachfolgers von Lovey bekannt gegeben wird. Sein Vorgänger im Amt, Norbert Brunner, hatte im Juni 2013 im Alter von 71 Jahren sein Amt niedergelegt. Jean-Marie Lovey wurde am 8. Juli 2014 ernannt und am 28. September in der Kathedrale von Sion geweiht.

Bischof Lovey kündigte gegenüber cath.ch an, dass er eine Pressekonferenz geben werde, um die Antwort aus Rom offiziell bekannt zu geben. (Aus dem Französischen übersetzt von rp)


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