Sparmassnahmen an Uni Luzern: Mitte-Politiker stellt kritische Fragen

Die Universität Luzern muss sparen. Betroffen sind drei Fakultäten, darunter auch die Theologische Fakultät. Gegen Einsparungen am Religionspädagogischen Institut gab es bereits Protest. Nun zeigt sich Kantonsrat Adrian Nussbaum in einer Anfrage an den Luzerner Regierungsrat besorgt.

Barbara Ludwig

Die Universität Luzern ist mit einem strukturellen Defizit konfrontiert und hat deshalb ein Sparpaket von zwei Millionen Franken ausgearbeitet. Betroffen sind drei von sechs Fakultäten, darunter die Theologische Fakultät, wie die «Luzerner Zeitung» am 16. Juni berichtete. Letztere muss zirka eine halbe Million Franken einsparen.

Bereits bekannt ist, dass die Theologische Fakultät beim Religionspädagogischen Institut (RPI) den Rotstift angesetzt hat. Dort wurden Dozentinnenstellen und eine Verwaltungsstelle gestrichen, wie kath.ch berichtete. Eine Massnahme, gegen die mit einer Petition protestiert wurde.

Studien- und Forschungsstandort «gefährdet»

Nun hat der Mitte-Politiker Adrian Nussbaum im Kantonsrat eine Anfrage zu den Sparplänen der Universität eingereicht. Das RPI zeichne sich durch eine «starke Vernetzung von Wissen und Praxis» aus, heisst es darin. Auch das Ökumenische Institut, das ebenfalls an der Theologischen Fakultät angesiedelt ist, sei gefährdet, und dem Religionswissenschaftlichen Seminar drohe die Schliessung. Dieses Seminar gehört zur Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät.

Alle Einrichtungen würden wichtige Aufgaben in der Ausbildung, Forschung, im interreligiösen Dialog und in der gesellschaftlichen Reflexion übernehmen – «nicht nur für die Kirchen, sondern für die pluralistische Gesellschaft insgesamt», gibt Nussbaum zu bedenken. Der Politiker sieht damit auch die Qualität der Aus- und Weiterbildung sowie die Attraktivität des Studien- und Forschungsstandorts Luzern «gefährdet».

Warum wird nur bei drei Fakultäten gespart?

Nussbaum will vom Luzerner Regierungsrat wissen, auf welche Gründe das strukturelle Defizit der Universität zurückzuführen sei. Er fragt auch, nach welchen Kriterien die Sparmassnahmen festgelegt wurden und warum diese nur drei von sechs Fakultäten betreffen.

In seiner Anfrage erwähnt der Politiker auch, dass die Theologische Fakultät, das RPI und das Ökumenische Institut von kirchlichen Partnerorganisationen mitfinanziert wird. Und fragt die Regierung, wie diese Partnerorganisationen – etwa die Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Luzern – bei der Erarbeitung der Sparmassnahmen einbezogen wurden. Vom Regierungsrat will Nussbaum zudem wissen, wie er das Risiko einschätzt, dass die Universität Luzern «im Bereich Religion als Studien- und Forschungsstandort an Attraktivität» verliere.

Sein Vorstoss wird von Fabrizio Misticoni von den Grünen unterstützt. Der Surseer Kantonsrat ist von Beruf Jugendseelsorger.

Synodalrat kritisierte Sparmassnahmen

Auch der Synodalrat, also die Exekutive, der Römisch-katholischen Landeskirche, hatte die Sparmassnahmen an der Theologischen Fakultät kritisiert. Diese würden die kirchliche Ausbildung akut gefährden, warnte er am 18. Juni. Der Synodalrat bedauerte damals, dass die kirchlichen Partnerorganisationen vor den Entscheidungen nicht angemessen einbezogen wurden.

Einen ersten politischen Vorstoss zum selben Thema hatte Andrea Pfäffli am 17. Juni eingereicht. Die SP-Kantonsrätin aus Luzern war bis Ende März Geschäftsleiterin von Jungwacht Blauring Schweiz.


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https://www.kath.ch/newsd/sparmassnahmen-an-uni-luzern-mitte-politiker-stellt-kritische-fragen/