Wo sich persönliche Symbolik in der Bischofsweihe versteckt

Eine Bischofsweihe ist ein symbolischer Akt, der in der katholischen Kirche klaren Regeln folgt. Weihekandidaten können zudem persönliche symbolische Elemente einbringen, wie die geplante Bischofsweihe von Beat Grögli in St. Gallen zeigt.

Regula Pfeifer

Persönlich ist etwa der Wahlspruch eines Bischofs, den er bereits nach seiner Wahl bekannt gegeben hat. Beat Grögli hat sich dabei bekanntlich für «In concordiam Christi» entschieden, auf Deutsch «Herzlich in Christus».

Das bedeutet für ihn: «Gott hat in Jesus Christus gezeigt, wie gross sein Herz für diese Welt ist – für alle Welt und für alle Menschen. Das Herz Jesu steht offen für alle. Deshalb ‹cor›, Herz Christi.» Der andere Begriff, «Concordiam» für Konkordanz, bezeichne das Bemühen, miteinander unterwegs zu sein.

Versteckte Präsenz an Weihefeier

«Bei der Bischofsweihe wird mein Wahlspruch keine so grosse Rolle spielen», sagt Beat Grögli auf Anfrage von kath.ch. Vielleicht werde ihn sein Konsekrator, der bisherige St. Galler Bischof Markus Büchel, in der Predigt aufnehmen.

Dennoch wird der Wahlspruch an der Bischofsweihe präsent sein. Denn er ist auf dem Bischofsstab eingraviert, den Beat Grögli an der Feier überreicht erhält. Auf dem Stab ist zudem ein Bild der Johannesminne aus Heiligenkreuztal in Süddeutschland zu sehen. Auch diese drückt für den neuen Bischof von St. Gallen etwas Symbolisches aus: «Der Jünger Johannes legt seinen Kopf ans Herz von Jesus – so, als wollte er sagen: Jesus, bilde mein Herz nach deinem Herzen.»

Der Glaube als «Turnaround» in Krisen

Sein Wahlspruch habe für ihn eine wichtige Bedeutung, sagt Grögli gegenüber kath.ch. Denn: «Der Glaube an Jesus Christus hat mich zu einem herzlicheren Menschen gemacht.» Auf Nachfrage hin erklärt er: Der Glaube habe ihm in sehr schwierigen Lebensphasen geholfen, in seiner Jugend ebenso wie später als Erwachsener.

In der Jugend sei «der bewusste Entscheid, mit dem Glauben ernst zu machen, der Turnaround» aus einem Tief gewesen. Viel später habe er in einer persönlichen Therapiearbeit – anlässlich seiner psychologischen Zusatzausbildung in Rom – depressive Phasen erlebt, «wo vieles zugrunde ging». «An diesem Grund habe ich das Ja Gottes neu erfahren. Das war eine grosse Befreiung.»

Brustkreuz als Auferstehungskreuz

Das Brustkreuz von Bischof Beat ist nach einer Vorlage eines Kreuzes auf dem Friedhof von Glendalough in Irland entstanden. «Die Verbindung zu Irland ist für St.Gallen zentral», so Bischof Beat und spricht damit an, dass St. Gallens Gründervater aus Irland stammte.

Wie der Bischofsring zeigt auch das Brustkreuz in der Mitte eine stilisierte Sonne. «Die Verbindung von Kreuz und Sonne, ist auch theologisch schön: Das Auferstehungskreuz und das Licht des Glaubens», erklärt Bischof Beat seinen Entscheid für das Motiv.

Familienwappen ist Teil des Bischofswappens

Bischöfe haben auch ein persönliches Bischofswappen, dessen Inhalt sie selbst bestimmen. Das Wappen werde allerdings an der Weihe nicht zu sehen sein, teilt die Kommunikationsverantwortliche Isabella Awad mit. Dennoch ist es ein Symbol für den neuen Bischof. Das Wappen habe vier Felder, wie in St. Gallen üblich, sagt der neue Bischof und beschreibt diese: «In zwei Feldern ist der Gallusbär, das Wappentier des Klosters und des Bistums St. Gallen.»

In einem Feld steht das Familienwappen der Gröglis: zwei gekreuzte Beile. «Das Familienwappen verbindet mich mit meiner Familie, aus der ich komme und der ich viel verdanke. Im vierten Feld ist die Christus-Sonne mit dem Christus-Monogramm I-H-S. Gott lässt seine Sonne aufgehen über allen. Die Sonne, der Kreis, erinnert an die Eucharistie, aus der ich lebe. Und nicht zuletzt ist es das ‹Logo› der Jesuiten, deren Spiritualität mich sehr geprägt hat.»

Mitwirkende «nicht zufällig ausgewählt»

Auch die Menschen, die an seiner Weihe mitwirken, sind «nicht zufällig ausgewählt», wie Grögli sagt. Ihre Anwesenheit an diesem wichtigen Tag in seinem Leben bedeutet dem neuen Bischof viel, was auch auf eine gewisse Symbolik hinweist. Mit einigen von ihnen ist er freundschaftlich verbunden.

So ist Luis Manuel Ali Herrera «Mitkonsekrator durch unsere Freundschaft», wie Grögli sagt. Die beiden haben zusammen in Rom studiert und sind freundschaftlich miteinander verbunden geblieben. Später wurde Herrera Weihbischof von Bogotà, seiner Heimatdiözese in Brasilien. Inzwischen ist er Sekretär der Päpstlichen Kinderschutzkommission in Rom. «Eine sehr wichtige Aufgabe für die ganze Weltkirche», betont Grögli, er teile deren Anliegen.

Mit einigen «freundschaftlich verbunden»

Auch mit dem assistierenden Priester, dem Jesuiten Hans Schaller, verbindet ihn eine «geistliche und menschliche Freundschaft.» Und mit Ernst Fuchs, der ihm die Mitra bringen wird, ist Grögli ebenfalls «freundschaftlich verbunden», und zwar seit dem Theologiestudium in Freiburg (Schweiz). Ausserdem verbinde sie die Verehrung von Niklaus von Flüe. «Bruder Klaus ist einer meiner Lieblingsheiligen», so Grögli.

Andere Mitwirkende hat der neue Bischof in anderen Zusammenhängen kennen und schätzen gelernt. So wurde er 1998 gemeinsam mit Lukas Hidber zum Priester geweiht, dieser wirkt nun als assistierender Priester an der Weihe mit.

Mit der Seelsorgerin Ramona Casanove und dem Diakon Martin Rusch hat er als Dompfarrer «gerne und intensiv zusammengearbeitet». Die beiden werden ihm während des Weihegebets das Evangeliar über den Kopf halten.

«Die Verbindung mit dem Papst war und ist für mich wichtig.»

Beat Grögli über den Nuntius als Mitkonsekrator

Den Bischofsring wird ihm Anja Leber überbringen, «eine sehr engagierte Freiwillige» aus der Dompfarrei. «Ihr treues Engagement passt gut zum Bischofsring, der ein Zeichen der Treue zum Dienst und zum Bistum ist», ist Beat Grögli überzeugt.

Aus anderem Grund ist ihm die Präsenz von Erzbischof Martin Krebs an seiner Weihe wichtig, der als Mitkonsekrator wirkt. Der Nuntius vertritt den Papst in der Schweiz. «Die Verbindung mit dem Papst war und ist für mich wichtig», sagt Grögli. (ergänzt, 5.7.25, 11 Uhr)


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