Weihbischof Josef Stübi: «Mein Herz schlägt heute noch für die Jungwacht»

Der Basler Weihbischof Josef Stübi ist im Unterstützungskomitee des Jubla-Pfingstlagers Jublasurium in Wettingen AG engagiert. Die katholische Kinder- und Jugendorganisation habe ihn sehr geprägt, sagt Stübi. Er habe viel gelernt und Freundschaften fürs Leben gewonnen.

Regula Pfeifer

Weshalb engagieren Sie sich im Unterstützungskomitee des Jublasurium-Pfingstlagers von Jungwacht-Blauring?

Josef Stübi: Ich bin Jungwächter. Die Jungwacht gehörte zu meiner Kindheit und meiner Jugend, da war ich Gruppen- und Scharleiter. In meinen Jahren als Vikar in Windisch wirkte ich zudem als Schar- und Regionalpräses. Gegen Schluss meiner Zeit als Pfarrer in Hochdorf LU half ich mit, die dortige Jungwacht zu gründen. Mein Herz schlägt heute noch für die Jungwacht.

Werden Sie an Pfingsten in Wettingen anzutreffen sein – wenn ja, bei welcher Gelegenheit?

Stübi: Terminlich wird es schwierig, aber ich werde es versuchen.

«Das Katholische wird nicht mehr so gross geschrieben, trotzdem: Die Jubla leistet wichtige und grosse Arbeit.»

Welche Rolle spielt die Jubla für die katholische Kirche in der Schweiz?

Stübi: Die Jubla ist nach wie vor der grösste Kinder- und Jugendverband innerhalb der katholischen Kirche, wobei das Katholische nicht mehr so gross geschrieben wird wie zu meiner Kinder- und Jugendzeit. Trotzdem, die Jubla leistet wichtige und grosse Arbeit zum Wohle von Kindern und Jugendlichen und verdient jegliche Unterstützung. Deshalb: Respekt und Dank für alle, die sich mit Herzblut auf allen Stufen in der Jubla engagieren!

Welche Erinnerungen haben Sie an Ihre eigene aktive Zeit in der Jungwacht Dietwil?

Stübi: Als «Kandidat» war ich zum ersten Mal für zwei Wochen weg von zuhause im Jungwachtlager – und hatte Heimweh. Als Leiter und Scharleiter trug ich immer mehr Verantwortung und hatte erste öffentliche Auftritte. Zudem erinnere ich mich an Anlässe wie «Bachpotzete» (Reinigung der Bäche im Wald) und an die Weihnachtsbesinnung im verschneiten Winterwald.

«Als Jungwacht haben wir das Palmbinden im Dorf wieder eingeführt.»

Als Jungwacht haben wir das Palmbinden im Dorf wieder eingeführt. In einer Leiterrunde beschlossen wir, einen Blauring zu gründen – was einen Monat später schon ins Rollen kam. Mit dem Blauring führten wir die Kinderfasnacht mit Umzug ein. Und natürlich die Lager, zuerst noch mit Zelten aus zusammengeknüpften Militärblachen. Es blieben Freundschaften über jene Zeit hinaus. Und es gäbe noch vieles zu berichten.

Inwiefern haben Sie diese Erfahrungen geprägt, möglicherweise fürs Leben?

Stübi: Nicht nur das Zusammenspielen, sondern dann immer mehr auch das Zusammen-etwas-unternehmen, das Zusammen-etwas-organisieren und das Verantworten gehören zu jenen wichtigen frühen Lebenserfahrungen, welche ich in der Jungwacht gemacht und dabei viel gelernt habe.

«Auch ein bleibender Aspekt war das Rücksichtnehmen auf andere – vor allem auf die Schwächeren.»

Sicherlich auch ein wichtiger und bleibender Aspekt war das Rücksichtnehmen auf andere – vor allem auf die Schwächeren. Dies galt es dann auch in der Schar den jungen Leitern weiterzugeben oder später dann in den Kursen für Leitende. Ja, die Jungwacht gehört zu den wichtigen, schönen und prägenden Erfahrungen meines Lebens.

Was wünschen Sie den vielen Teilnehmenden des Jublasuriums?

Stübi: Ein grossartiges, tolles Erlebnis, von dem sie später auch ihren Kindern und Grosskindern noch gerne und begeistert erzählen werden: «Ich war damals in Wettingen auch dabei.»


Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.kath.ch/newsd/weihbischof-josef-stuebi-mein-herz-schlaegt-heute-noch-fuer-die-jungwacht/