Bischof Markus Büchel: «In gewissen Bistümern wurde wirklich zu wenig geprüft»

Seit der Pilotstudie zum Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche ist der Imageschaden gross. Im Podcast «Laut + Leis» spricht Bischof Markus Büchel über die Massnahmen und sagt, warum Assessments wichtig sind.

«Wir haben ja klare Massnahmen. Also wir diskutieren fast jeden Tag darüber, gesamtschweizerisch eine Einheit zu bilden, dass nicht jedes Bistum seinen eigenen Weg geht. Da sind wir dran, und da haben wir auch Grosses geleistet, das muss ich sagen, in den letzten Monaten. Da staune ich also, wie weit und mit welcher Ernsthaftigkeit wir da drin sind. Das zeigt auch, dass wir die Situation sehr ernst nehmen als Bischöfe.

Auch die Prüfung der Kandidaten, die Assessments, wollen wir jetzt sehr ernsthaft durchführen. Wir haben natürlich vorher schon geprüft und werden auch weiterhin die Berufungen prüfen. Aber es ist gut, dass man das jetzt so macht. Im Hintergrund ist ja der Vorwurf – und der ist auch nicht ganz unberechtigt –, dass in gewissen Bistümern natürlich wirklich zu wenig geprüft wurde.

Es gab Bischöfe, die gesagt haben, wenn einer Priester werden will, dann ist das Berufung von Gott. Dann haben wir da nicht mehr viel zu prüfen. Das ist jetzt zum Glück in der gesamten Kirche eine Forderung, dass jeder, der in den Dienst, und auch jede, die in den Dienst der Kirche, in ein Amt tritt, auch geprüft wird.»

Das sagt Bischof Markus Büchel im Podcast «Laut + Leis». Er leitet das Bistum St. Gallen seit 19 Jahren und bleibt noch so lange im Amt, bis sein Nachfolger vom Domkapitel gewählt wird. (sl)


Nicola Neider: «Ich verstehe mich als Anwältin für geflüchtete Menschen»

Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant

https://www.kath.ch/newsd/bischof-markus-buechel-in-gewissen-bistuemern-wurde-wirklich-zu-wenig-geprueft/