urbi@orbi: Lustige Fasnacht hier, der Papst krank im Spital dort – wie geht das?

Heute Donnerstag beginnen die närrischen Tage. Seit 2017 treten die drei Päpste von urbi@orbi mit ihren lustigen Schnitzelbänken auf – wobei sie den Papst und die Kirche auf die Schippe nehmen. Seit knapp zwei Wochen liegt Papst Franziskus schwer krank im Spital. Wie fühlen sich die Fasnächtler bei ihren Auftritten?

Wolfgang Holz

«Mer drü sind lang ned so fromm, wie mer usgsänd ond Värslibrönzle esch üsi Passion / Mer send die erschti katholischi Fasnachts-Boybänd in himmlisch-bierärnschter Mission».

Als Päpste verkleidet

Das ist eine Kostprobe aus dem jüngsten Programm von urbi@orbi, den drei als Päpsten verkleideten Luzerner Fasnächtlern, die dieses Jahr «bereits zum achten Mal in fasnächtlich-himmlischer Mission unterwegs sind» – wie Herbert Gut, Pfarreileiter St. Johannes, in einem aktuellen Beitrag im Luzerner «Pfarreiblatt» schreibt.

Wobei Herbert Gut alias «Heribertus» ebenso wie Franz Zemp, Pfarreileiter in Eich und Sempach, alias «Franziskus», zwei der drei fasnächtlichen Päpste verkörpern. Der Dritte im fasnächtlich-klerikalen Trio, «Urbanus», ist Urban Schwegler, der zehn Jahre lang Kommunikationsverantwortlicher für die Katholische Kirche der Stadt Luzern war.

Auftritte auch in Gottesdiensten

Eine durchaus delikate und lustige Konstellation. «Urbi@orbi» tritt mit seinen Schnitzelbänken nicht nur bei weltlichen Fasnachtsanlässen auf, sondern auch bei jeweils zwei Gottesdiensten. Die Liturgien gestalten die drei dabei selbst.

Die beliebte Schnitzelbank-Gruppe hatte bereits drei Auftritte. Ab dem heutigen «Schmutzigen Donnerstag», dem eigentlichen Start der Fasnacht, folgen selbstverständlich weitere Auftritte. Doch ist dieses Mal nicht alles ein bisschen anders?

«Wir haben uns in dieser Angelegenheit selbstverständlich bereits ausgetauscht.»

Schliesslich liegt Papst Franziskus noch immer in kritischem Gesundheitszustand im Spital. Wie geht’s den Dreien vor ihren weiteren Auftritten? Und was würde passieren, sollte Papst Franziskus während der Fasnacht sterben? In Deutschland wurde ja vor Jahren einmal wegen des Irak-Kriegs die gesamte Fasnacht abgesagt.

«Wir haben uns in dieser Angelegenheit selbstverständlich bereits ausgetauscht», sagt Urban Schwegler gegenüber kath.ch. Er findet die Nachfrage zu dieser speziellen Situation durchaus berechtigt. Sollte es dem Papst schlechter gehen oder er sogar sterben, «könnten wir dies mit einem Kommentar beim Auftritt entsprechend einordnen. Ich hoffe natürlich, dass es dem Papst bald wieder besser geht.» Er fühle sich dem Papst verbunden und sei sehr besorgt um ihn.

Humorvolle, augenzwinkernde Kritik

Andererseits nehme «urbi@orbi» die Kirche und den Papst, so Schwegler, ja stets mit humorvoller Kritik und augenzwinkernd auf die Schippe. Er sieht deshalb keinen Grund, warum man im Ernstfall eventuell Auftritte absagen sollte. «Wir sind nicht der Papst und schwingen uns auch nicht auf, einer sein zu wollen. Und wir sind ja drei Päpste, das gibt es sowieso nur an der Fasnacht.»

«Wenn wir in der Kirche auftreten, könnten wir dann auch ein Gebet für den Papst in die Liturgie miteinbauen.»

Auch Franz Zemp, der zweite im Bunde, sagt: «Wir haben die Situation des Papstes selbstverständlich im Hinterkopf und sind besorgt über dessen Gesundheitszustand. Ich hoffe auch, dass er nicht stirbt», versichert der Pfarreileiter von Eich und Sempach. Das fasnächtliche Trio agiere deswegen bei den Auftritten aber nicht gehemmt. «Wenn wir in der Kirche auftreten, könnten wir dann auch ein Gebet für den Papst in die Liturgie miteinbauen», so Zemp alias «Franziskus» bei «urbi@orbi».

«Papst ein Mensch mit viel Humor»

Zudem sei Papst Franziskus selbst ein Mensch mit viel Humor, und er habe immer wieder betont, dass die Kirche zu den Menschen gehen müsse «Urbi@orbi» nehme diese Aufforderung des Papstes ernst, wenn die drei an der Fasnacht zu den Menschen gingen, um sie auch «selbstironisch» mit kirchlichen und politischen Sujets zu unterhalten. «Ich denke deshalb, dass die Situation des Papstes und unser fasnächtliches Auftreten gut miteinander verträglich sind.»

«Glaube und Humor gehören zusammen, für viele auch – oder gerade – in ernsten Zeiten.»

Das sieht auch Pfarreileiter Herbert Gut, der Dritte im fasnächtlichen Trio, so. Er versichert: «Ich bin derzeit auch bei Papst Franziskus. Denn aktuell lese ich seine Autobiographie und schätze es, in diesen Tagen, auf diese Weise mit ihm verbunden zu sein». In einem der letzten Kapitel im Buch «Hoffe» beschreibe er, wie wichtig es sei, gerade auch in schwierigen Zeiten den Humor nicht zu verlieren. «Es würde mich nicht erstaunen, wenn Franziskus selbst noch im Sterbebett die Leute um ihn herum zum Lachen bringen würde. Glaube und Humor gehören zusammen, für viele auch – oder gerade – in ernsten Zeiten.»


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https://www.kath.ch/newsd/urbiorbi-lustige-fasnacht-hier-der-papst-schwerkrank-im-spital-dort-passt-das/