«Schockiert und erschüttert» zeigt sich Reinhard Marx, der Erzbischof von München und Freising, angesichts des mutmasslichen Anschlags in Bayerns Landeshauptstadt. Der Kardinal betet für die Opfer.
Kardinal Reinhard Marx hat sich bestürzt über den mutmasslichen Anschlag auf eine Gruppe Streikender in der Münchner Innenstadt gezeigt. «Ich bin schockiert und erschüttert über diesen schrecklichen Vorfall, bei dem Menschen im öffentlichen Raum Opfer von willkürlicher Gewalt wurden», sagte er am Donnerstag.
«Wir wissen noch nicht, was die genauen Beweggründe des Fahrers sind», fügte er hinzu. «Ich bin in Gebeten bei den Opfern und Angehörigen und danke den Einsatzkräften für ihr schnelles Handeln.»
Am Vormittag war ein Auto von hinten in eine Streikveranstaltung der Gewerkschaft Verdi gerast. Laut Polizeiangaben wurden dabei mindestens 28 Personen teils schwer verletzt. Der Fahrer sei festgenommen worden. In einer kurz darauf einberufenen Pressekonferenz am Tatort sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), es sei von einem Anschlag auszugehen. Bei dem Fahrer handelt es sich laut Polizei um einen 24-jährigen Asylbewerber aus Afghanistan.
Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) äusserte sich am Donnerstagnachmittag knapp zu dem Vorfall, den er als «furchtbar» bezeichnete. Zum Täter sagte er: «Er muss bestraft werden, und er muss das Land verlassen.»
Die Bundesregierung plane weitere Abschiebeflüge nach Afghanistan. Bundesinnenministerin Faeser hatte schon am frühen Donnerstagnachmittag gesagt: «Wir haben die Gesetze für die Ausweisung von Gewalttätern und für mehr Abschiebungen massiv verschärft, jetzt müssen sie mit aller Konsequenz durchgesetzt werden.» Als einziger Staat in Europa schiebe Deutschland nach Afghanistan ab. «Wir werden das weiter tun.»
Bayerns Ministerpräsident Söder stellte den Vorfall in eine Reihe mit ähnlichen vorangegangen Taten in Aschaffenburg und Magdeburg: «Wir können nicht von Anschlag zu Anschlag gehen und Betroffenheit zeigen.» Und weiter: «Es reicht einfach». In Magdeburg hatte ein wohl psychisch kranker Staatsbürger Saudi-Arabiens ein Auto in einen Weihnachtsmarkt gelenkt.
Sechs Menschen starben, viele andere wurden verletzt. In Aschaffenburg hatte ein Asylbewerber aus Afghanistan ein Kleinkind und einen Erwachsenen erstochen und zwei weitere Personen verletzt. Danach hatte die Union erstmals mit der AfD im Bundestag zusammengearbeitet und in einem Antrag gefordert, gar keine Geflüchteten mehr aufzunehmen.
«Wir sind zutiefst bestürzt und schockiert über den schwerwiegenden Vorfall während eines friedlichen Demonstrationszuges von ver.di-Kolleginnen und Kollegen.»
Die getroffene Menschenmenge in München war ein Demonstrationszug der Gewerkschaft Verdi im Zusammenhang mit einem Warnstreik der Erzieherinnen und Erzieher. Angemeldet waren 2’500 Teilnehmende.
Der Verdi-Vorsitzende Frank Werneke sagte: «Wir sind zutiefst bestürzt und schockiert über den schwerwiegenden Vorfall während eines friedlichen Demonstrationszuges von ver.di-Kolleginnen und Kollegen.» Er dankte den Sicherheits- und Rettungskräften. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) drückte den Opfern sein Mitgefühl aus. (kna/taz)
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