Für Aufregung sorgte jüngst eine illegale Online-Shop-Werbung für Viagra. Diese wurde von Betrügern auf verschiedenen Schweizer Webseiten geschaltet. Auch das Bistum Basel war vergangenes Wochenende Opfer der Cyberattacke. Bischof Felix Gmür reagierte gelassen auf den Vorfall.
Wolfgang Holz
Hacker treiben offensichtlich immer häufiger auch auf kirchlichen Webseiten ihr Unwesen. Das Bistum Basel ist nun bereits das dritte kirchliche Opfer einer Cyberattacke in kurzer Zeit. Im Oktober 2024 traf es zunächst den Stiftsbezirk St. Gallen und Anfang Dezember das Bistum Sitten, dessen Webseite von Hackern offline gezwungen wurde.
Wie der «Beobachter» zufällig bei einer Recherche herausfand, wurde auf der Webseite des Bistums Basel das Potenzmittel Viagra in einem illegalen Onlineshop zum Verkauf angeboten. Bischof Felix Gmür hatte selbstverständlich nichts zu tun mit dem Hackerangriff.
Das Problem, das am Wochenende aufgetreten war, ist laut Auskunft des Bistums wieder behoben. «Der Bischof hat mit Gelassenheit auf den Vorfall reagiert», erklärt Bistumssprecherin Barbara Melzl gegenüber kath.ch. Es habe auch keine negativen Kommentare von aussen gegeben.
Ob die Onlineshops auch tatsächlich funktionieren und Waren ausliefern, in diesem Fall das Potenzmittel Viagra, ist laut «Beobachter» nicht klar. Bekannt ist indes die Gefahr, dass solche Seiten Betrügern dazu dienen, persönliche Daten abzugreifen. Etwa von einer Kreditkarte. Stichwort Phishing.
Wer hinter den Hackern steckt? Bei dem Cyberangriff letzten Oktober auf die katholische Kirche in St. Gallen wurde nach den Ermittlungen der St. Galler Kantonspolizei zumindest herausgefunden, dass die Schadsoftware für die Hackerattacke offensichtlich aus Russland stammt.
Wenige Tage nach dem Cyberangriff in St. Gallen wurde ebenfalls publik, dass auch eine Geldforderung in unbekannter Höhe vorlag. Darauf liessen sich die betroffenen Institutionen aber nicht ein: «Lösegeld wurde keines bezahlt». Diese Entscheidung fiel in Absprache mit der Kantonspolizei.
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