78 Führungen durch den Stiftsschatz, die von insgesamt 1192 Personen besucht wurden: Das ist die markant gesteigerte Bilanz des Luzerner Stiftsschatzes im Jahr 2024. Zudem konnten zwei Kunstkammerobjekte durch eine aufwändige Restaurierung gerettet werden.
Das Interesse an den Kuratorenführungen durch die einzigartige Luzerner Stiftsschatzkammer hat nochmals deutlich zugenommen seit ihrer Restauration 2023. 78 Führungen wurden durchgeführt, an denen 1192 Personen teilnahmen. Die Zahlen gehen aus dem Jahresbericht 2024 hervor.
«Das sind annähernd doppelt so viele Besucherinnen und Besucher wie im Vorjahr. Der Stiftsschatz ist erfolgreich dabei, sich als Highlight im Kulturangebot Luzerns zu etablieren», sagt Urs-Beat Frei, Konservator des Luzerner Stiftsschatzes, gegenüber kath.ch.
Bemerkenswert ist, dass nicht nur kirchennahe Gruppen Führungen gebucht haben, sondern das Interesse gesellschaftlich breit gestreut ist: vom Sportverein über ein Zahnarztpraxisteam bis zur Vermögensverwaltungsfirma, ebenso eine reformierte Kirchgemeinde.
«Zudem waren unter den Besuchenden nicht nur Gruppen aus der Region Luzern, sondern auch aus Olten, Zürich, Zug, Cham, Doppleschwand, Schüpfheim, Sursee», so Frei. Nicht zuletzt wollten einige Schulklassen, unter anderem der Kantonsschulen Alpenquai und Seetal, den Luzerner Stiftsschatz beäugen.
Persönliche mündliche sowie zahlreiche schriftliche Rückmeldungen zeugen von einer überaus positiven Resonanz. «Das Gesamtkunstwerk ‹Schatzkammer› wird zum nachhaltigen Erlebnis. Geschätzt werden die grosse Vielfalt der Objekte, die dazu gebotenen spannenden Geschichten, die engagiert vermittelten kulturgeschichtlichen Hintergründe sowie die Dramaturgie der Führungen», erklärt der Konservator, der sich über die grosse Publikumsresonanz freut.
Bereits bei der Neulancierung des Stiftsschatzes 2018 hatte der Konservator zwei bedeutende italienische Miniaturaltärchen aus dem 17. Jahrhundert entdeckt, die in einem ruinösen Zustand waren.
«Mehr als fünfzig Jahre dürfte sie niemand mehr gesehen haben. Diese eigentlichen Kunstkammerobjekte konnten nun aufwändig restauriert und wieder instand gesetzt, mit anderen Worten: gerettet werden», so Urs-Beat Frei.
In die überreich mit Glas- und Schmucksteinen besetzte, dem Renaissancestil verpflichtete Architektur (Höhe ca. 45 cm) sind bei einem der beiden Altärchen sechs Darstellungen aus dem Weihnachtsfestkreis, beim anderen solche aus der Passionsgeschichte eingelassen. Wobei diese Darstellungen auf Stein gemalt sind, und Figuren aufweisen, die bloss einige Millimeter gross sind: Meisterwerke der Mikromalerei. (woz)
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https://www.kath.ch/newsd/grosses-interesse-am-luzerner-stiftsschatz-bekundet/