Bischof Bonnemain: Das Heilige Jahr ist ein «echter spiritueller Reset»

Joseph Maria Bonnemain lädt die Gläubigen seiner Diözese zur Eröffnung des Heiligen Jahres 2025 in der Kathedrale Chur. Der Anlass vom 29. Dezember beginnt in der Kirche des Priesterseminars St. Luzi. Bei einem Heiligen Jahr gehe es darum, unbereinigte Situationen und Entmutigungen loszuwerden.

Bereits im Mai hat Papst Franziskus das Heilige Jahr 2025 offiziell ausgerufen. Eröffnen wird es der Papst am 24. Dezember. Das Heilige Jahr ist aber nicht nur in Rom ein Thema.

So hat der Papst verfügt, dass es in allen Bistümern der Welt am 29. Dezember, am Sonntag nach Weihnachten, mit einem feierlichen Gottesdienst in der Kathedrale eröffnet wird. Das teilt Joseph Maria Bonnemain, Bischof von Chur, in einem Schreiben an die kirchliche Mitarbeitenden, Angehörige von Ordensgemeinschaften und die Gläubigen im Bistum Chur mit.

Startschuss für Aufbruch

«Ich würde mich ausserordentlich freuen, wenn viele Gläubige aus dem ganzen Bistum an dieser Eröffnung teilnehmen könnten», so der Bischof. Es werde der «Startschuss» für den ermutigenden Aufbruch sein, den unsere Welt so dringend brauche.

Ein Heiliges Jahr sei immer eine Chance, wenn man die damit verbundene biblische Tradition berücksichtige. «Es geht darum, alt Gewordenes und uns Belastendes, unbereinigte Situationen und Entmutigungen, sowie den negativen Beigeschmack des Misslungenen loszuwerden. Es ist ein echter spiritueller Reset», schreibt der Churer Bischof.

Haltung der Zuversicht

Ein Heiliges Jahr biete Anlass für eine Erneuerung, eine Möglichkeit, gemeinsam als Kirche unterwegs zu sein, mit neuem Elan, neuer Motivation und Zuversicht. «Wenn wir mit dieser Haltung als Christinnen und Christen leben und wirken, wird deutlich, dass das Evangelium unserer Welt Heil bringt.»

Prozession zur Kathedrale

Die Eröffnung beginnt um 10 Uhr in der Kirche des Priesterseminars St. Luzi mit einem kurzen Wortgottesdienst und der Verkündigung des päpstlichen Erlasses, heisst es im Schreiben aus Chur. Gemeint ist die Verkündigungsbulle von Papst Franziskus. Sie trägt den Titel «Spes non confundit» (»Die Hoffnung enttäuscht nicht»).

«An der Schwelle des Hauptportals der Kathedrale werden wir symbolisch in das Heilige Jahr eintreten.»

Vom Priesterseminar aus findet anschliessend eine Prozession hinunter zur Kathedrale statt. Damit werde unterstrichen, dass «wir als Bistum, als Volk Gottes, gemeinsam für die Menschen unterwegs sind», so Bonnemain. «An der Schwelle des Hauptportals der Kathedrale werden wir symbolisch in das Heilige Jahr eintreten.» Darauf folgt dann die Eucharistiefeier.

Auf den Gottesdienst folgt ein Apéro im Rittersaal des Bischöflichen Ordinariats, wo die Gläubigen gemeinsam auf das Heilige Jahr anstossen können.

Ablass bei Durchschreiten der Heiligen Pforte in Rom

Das Heilige Jahr ist ein weltweites Pilgerereignis der katholischen Kirche mit Rom als Zentrum. Es wird regulär alle 25 Jahre gefeiert. Die Organisatoren erwarten in Rom rund 30 Millionen Besucherinnen und Besucher innerhalb von zwölf Monaten.

Wer im Heiligen Jahr nach Rom pilgert und dort die sogenannte Heilige Pforte durchschreitet, kann einen Ablass erhalten, also den Nachlass zeitlicher Sündenstrafen. Das erste Heilige Jahr wurde 1300 von Papst Bonifatius VIII. (1294-1303) ausgerufen. (bal)

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