Nach der Weltsynode haben sich deutsche Bischöfe überlegt, wie es nun weitergeht in Sachen Reformprozess. Bischof Bertram Meier vom Bistum Augsburg erkennt einen «Hoffnungsstreif am Horizont».
«Wir haben nicht beim Nullpunkt angefangen», blickt Bischof Bertram Meier auf die Weltsynode zurück*. «Die Versammlung der Weltbischofssynode konnte an den Erfahrungen des vergangenen Jahres anknüpfen. Bei der Ankunft der Synodenmitglieder gab es deshalb von vielen ein herzliches Hallo.»
«Wir freuten uns, dass wir uns wiedersehen und weiter miteinander arbeiten konnten. Gab es letztes Jahr noch ein gewisses Fremdeln untereinander, spürte ich diesmal, dass die Atmosphäre grösstenteils entspannt und heiter war. Ich hatte auch den Eindruck, dass die Erfahrungen, die wir in den vergangenen Monaten mit Synodalität in unserer Heimat machten, eingeflossen sind.
Die Beschäftigung mit Synodalität hat uns verändert. In den meisten von uns ist die Erfahrung gewachsen, dass Synodalität nicht nur eine Methode ist, sondern immer mehr zum Lebensstil der Kirche werden soll. Da gibt es noch viel zu tun. Wir müssen Synodalität weiter lernen – alle Glieder der Kirche, Laien, Ordensleute und Kleriker, bis hinauf zu Bischöfen und Papst. Wichtige Lektionen dabei sind, dass wir die Kirche als Hörschule sehen: hören auf Gottes Wort, hören auf die Mitmenschen, hören in unser Herz.
Freilich ist das ein anstrengender Weg, denn wenn es konkret wird, braucht es die Gabe der Unterscheidung, um aus den vielen Stimmen das herauszuhören, was dem Willen Gottes entspricht. Obwohl ich gegenüber dem vergangenen Jahr viel mehr Einheit in der Verschiedenheit der Kulturen, Mentalitäten und Meinungen spürte, bleiben doch noch anspruchsvolle Hausaufgaben für die Zukunft: die Rolle der Frauen in der Kirche, der Wunsch nach Dezentralisierung, der Status der Bischofskonferenzen und anderes mehr.
Ich sehe in dieser Synode einen Hoffnungsstreif am Horizont: Ich habe den Eindruck, dass der Synodale Weg in Deutschland und die synodalen Prozesse auf weltkirchlicher Ebene einander etwas nähergekommen sind. Das Verständnis füreinander ist gewachsen, die Mauern der Abgrenzung sind kleiner geworden. Was ich mir für die Zukunft wünsche: dass das Thema der Evangelisierung grossgeschrieben wird, denn darum ist es in den vier Wochen gegangen: um eine synodale Kirche mit einer Mission.»
*Dies sagte Bischof Bertram Meier vom Bistum Augsburg im jüngsten Communiqué der Deutschen Bischofskonferenz zur Weltsynode (woz)
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant