Missbrauch: Bischof Lovey fühlt sich entlastet

Der Walliser Bischof Jean-Marie Lovey sieht sich vom Vatikan entlastet. In der Kritik an seinen Fehlern im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch erkennt er keine Rüge.

Bischof Jean-Marie Lovey begrüsse die Antwort Roms auf die Voruntersuchung, mit der Bischof Joseph Bonnemain beauftragt worden war und deren Ergebnisse im Januar 2024 an den Vatikan weitergeleitet wurden, teilt die Diözese mit. Sie stelle fest, «dass Bischof Jean-Marie Lovey ‘keine Fehler’ bei der Behandlung des Falls begangen hat und dass ‘weder Vertuschung noch Arglist’ nachgewiesen werden konnten».

Das römische Dikasterium habe jedoch festgestellt, dass die Anzeige «mit einer unzulässigen Verzögerung gemacht wurde, so dass die vom kanonischen Recht geforderten Fristen erheblich verletzt wurden». Auf dieser Grundlage verhänge das Schreiben aus Rom keine formellen Sanktionen, erinnere Bischof Lovey aber an die «strikte Einhaltung der geltenden kanonischen Normen für die Behandlung und Prävention von Missbrauch».

Eine Rüge des Dikasteriums sieht Bischof Lovey in dem italienisch verfassten Schreiben offenbar nicht. «Das Wort rimprovero, italienisch für Rüge, kommt nicht vor», versichert Bistumssprecher Paul Martone gegenüber kath.ch. Im Gegenteil: Der Brief enthalte keine Verurteilung Loveys, er sei «eine Ermutigung, den eingschlagenen Weg» weiterzugehen. (kath.ch/chm)


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