Jüngst gab es eine Enthüllung einer Untersuchung wegen sexueller Übergriffe eines Priesters der Diözese Lausanne, Genf und Freiburg (LGF). Bischof Charles Morerod suspendierte den Priester von seinem Amt und wehrt sich gegen Vorwürfe.
Es sei eine polizeiliche Untersuchung gegen einen im Kanton Waadt amtierenden Priester im Gange, bestätigt Bischof Morerod gegenüber cath.ch. Die Strafanzeige sei im Frühjahr 2024 eingereicht worden. Der Fall wurde am 22. September vom «Sonntagsblick» aufgedeckt.
Der betreffende Geistliche war bereits vor einigen Jahren aufgrund der Anzeigen des Priesters Nicodème Mekongo in die Medien gelangt. In einem 2019 versandten Schreiben beschuldigte dieser den Priester (im Sonntagsblick mit den Initialen P.K. bezeichnet), einen Ministranten in ein Zimmer des Pfarrhauses von Vevey mitgenommen zu haben. Mekongo habe daraufhin einen starken Schweissgeruch wahrgenommen, der ihn gezwungen habe, das Zimmer ausgiebig zu lüften.
Im Zusammenhang mit dieser ersten Meldung schreibt die Zeitung, dass der Bischof von LGF «zunächst nichts unternommen hat. Erst als die Medien über die Vorfälle berichteten, zeigte Bischof Morerod P. K. an».
Diese Version bestreitet der Bischof. Gegenüber cath.ch versichert er, dass er den Fall sofort nach Erhalt des Briefes der Polizei gemeldet habe. Er sagt auch, dass er den Brief sofort nach Rom weitergeleitet habe, wie es das Verfahren vorschreibt.
Das Strafverfahren war 2020 eingestellt worden. Nach den neuen Anschuldigungen im Frühjahr 2024 suspendierte Bischof Morerod den Priester «als Vorsichtsmassnahme» von seinem Amt.
In Anbetracht der neuen Anschuldigungen ist der «Sonntagsblick» der Ansicht, dass Bischof Morerod «ebenfalls unter Druck steht». Die Zeitung fragt: «Warum hat er [Bischof Morerod] einen Priester, vor dem schon vor Jahren gewarnt wurde, erneut auf Kinder und Jugendliche losgelassen?»
Gegenüber cath.ch erinnert der Bischof daran, dass die angeblichen Taten (im Jahr 2019) für die Justiz nicht ausreichend gewesen seien. Insbesondere habe es keine Anzeige von einer betroffenen Person gegeben.
Die Anzeige habe sich lediglich auf die Aussage einer dritten Person bezogen, die keine strafrechtlich relevanten Vorfälle beobachtet habe. Die Polizei hatte den Fall daher relativ schnell zu den Akten gelegt. Morerod bemerkte: «Was kann man tun, wenn die Justiz keinen Grund hat, Massnahmen zu ergreifen?»
Der Bischof dementiert auch die Behauptungen des «Sonntagsblicks», wonach «eine kircheninterne Strafuntersuchung sich mit dem Vorwurf befasst, Bischof Morerod habe die Vorwürfe von 2019 ignoriert. Nach kanonischem Recht hätte er den Fall in Rom melden müssen».
Gegenüber cath.ch stellt er klar, dass er alle Elemente nach Rom weitergeleitet habe und dass ihn derzeit kein kanonisches Verfahren im Zusammenhang mit dem Fall dieses Priesters betreffe. Das einzige Verfahren, das in dieser Angelegenheit läuft, ist das von der Waadtländer Staatsanwaltschaft eingeleitete Verfahren bezüglich der Anzeige gegen den Priester P.K..
Bischof Morerod ist zwar von einer Untersuchung Roms betroffen, nachdem der Priester Nicolas Betticher im Mai 2023 mehrere Mitglieder der Schweizer Bischofskonferenz angezeigt hatte. Darin wird dem Bischof von LGF vorgeworfen, den Fall des sexuellen Missbrauchs durch den Priester Paul Frochaux im Jahr 2020 schlecht gehandhabt zu haben. Bischof Morerod versichert gegenüber cath.ch, dass er keine Neuigkeiten aus Rom bezüglich dieses Verfahrens habe.
Der Priester P.K. soll zu den «Märtyrern der Keuschheit» in Paris gehört habe. Diese fundamentalistische Gruppe will Menschen mit homosexuellen Neigungen «helfen», auf den katholischen Weg zurückzukehren – mit Hilfe von sogenannten Konversionstherapien. Diese hat der Kanton Waadt als letzter Westschweizer Kanton kürzlich verboten. (kath.ch/cath.ch)
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