Papst Franziskus zu kath.ch-Journalistin: «Sei eine gute Frau»

Bei der Generalaudienz am Mittwoch kam es zu einer kurzen Begegnung zwischen kath.ch und Papst Franziskus. Das Thema war das Frauenpriestertum. Wie reagierte der Pontifex?

Jacqueline Straub

Es ist heiss am gestrigen Mittwochmorgen. Der Petersplatz füllt sich mit Menschen aus der ganzen Welt. Weit vorne sitzt eine grössere Gruppe aus Ghana, die mit ihren lebhaften Gesängen schon vor der Generalaudienz für Stimmung sorgt.

Die Generalaudienz läuft wie jede andere ab. Es gibt Lesungen in verschiedenen Sprachen, Gruppen werden begrüsst und der Papst hält eine Katechese.

Danach erteilt er den Segen und fährt mit seinem Rollstuhl durch die Reihen – jene, die eine besondere Karte haben, können ihm die Hand schütteln, etwas segnen lassen oder kurz mit ihm sprechen. Solch eine Karte zu erhalten, ist nicht ganz einfach.

Diese Gäste erhalten danach Geschenke ganz unterschiedlicher Art: Manche einen Rosenkranz in einer weissen oder roten Schatulle, andere eine grössere Box, die einer Weinschachtel ähnelt. Wieder andere lediglich ein Papst-Bildchen. Dazu werde ich gehören.

Als der Papst bei mir in der zweiten Reihe ankommt, sage ich auf Italienisch: «Es gibt viele Frauen, die sich zum priesterlichen Dienst berufen fühlen.» Und schiebe die Frage hinterher, wann Frauen denn in der katholischen Kirche geweiht werden.

Segnender Papst

Beim Wort «Weihe» beginnt der Rollstuhl von Franziskus sich von mir wegzubewegen. Das Gesicht des Papstes wird ernst. Er hebt seine Hand zum Segen – und sagt im Wegrollen auf Italienisch: «Fai una brava donna.» Auf Deutsch heisst das so viel wie: «Sei eine gute Frau.» Was er wohl damit gemeint hat? Ist das seine Art, dem Frauenpriestertum eine verklausulierte Absage zu erteilen?

Einen Rosenkranz gibt es für mich jedenfalls nicht. Ich schenke ihm dafür drei Bücher von mir – in unterschiedlichen Sprachen. Er rümpft die Nase und reicht sie weiter an seine Begleiter. Dann widmet er sich den nächsten Gläubigen.

Meine Frage scheint ihm nicht behagt zu haben. Oder ist er es einfach leid, jeden Mittwoch bei brühender Hitze so viel Hände zu schütteln?



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