Ukraine-Konferenz: Regierungsräte Amstad und Filliger wandern für den Frieden zu Bruder Klaus

Die Ranftschlucht wird am Freitag zum Ziel einer Friedenswanderung – zur Unterstützung der Ukraine-Konferenz auf dem Bürgenstock. Mitwandern werden die Regierungsräte Christoph Amstad (OW) und Othmar Filliger (NW). Die Organisatoren setzen bewusst auf die Teilnahme der Politik – in Erinnerung auch an Konrad Adenauer, der einst am Grab von Bruder Klaus betete.

Barbara Ludwig

Zwischen dem Ranft und dem Bürgenstock (NW) liegen rund 16 Kilometer Luftlinie. Auf dem Berg am Vierwaldstättersee treffen sich am kommenden Wochenende Staats- und Regierungschefs aus rund 90 Staaten zur Ukraine-Konferenz, mit der die Schweiz einen Friedensprozess anstossen will. Die Ranftschlucht ihrerseits war der Wirkungsort des Schweizer Nationalheiligen Niklaus von Flüe (1417-1487).

Am Freitag ist sie Ziel einer Friedenswanderung, die vom Förderverein «Niklaus von Flüe und Dorothee Wyss» und der Pfarrei Stans organisiert wird. Man erhoffe sich, dass die diplomatische Initiative der Schweiz ein erster Schritt in Richtung Frieden in der Ukraine sein könne, sagt Doris Hellmüller, Geschäftsführerin des Vereins.

«Wir hoffen natürlich auf den Beistand von Bruder Klaus.»

Doris Hellmüller, Geschäftsführerin Förderverein

Dazu könne auch die Friedenswanderung in den Ranft beitragen, ist sie überzeugt. «Wir glauben, dass Menschen mit ihren Gedanken und ihren Gebeten sehr viel zum Gelingen der Konferenz beitragen können. Und wir hoffen natürlich auch auf den Beistand von Bruder Klaus.»

Der Verein bezieht sich explizit auf den Heiligen als Friedensstifter, so Hellmüller. Bruder Klaus habe mehrfach als Vermittler gewirkt. Insbesondere im Jahr 1481, als er mit seiner Botschaft aus dem Ranft an die Tagsatzung in Stans Frieden in die Eidgenossenschaft brachte.

«Uns ist wichtig, die spirituelle Leitfigur Bruder Klaus in Erinnerung zu rufen und die Menschen immer wieder an sein Wirken zu erinnern. Gerade auch im Wissen darum, dass wir heute in einer säkularen Gesellschaft leben.»

Adenauer am Grab von Bruder Klaus

Hellmüller erinnert, dass verschiedentlich Entscheidungsträger Bruder Klaus als Vermittler im Gebet angerufen haben. Ein prominentes Beispiel ist der frühere deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer. Der tiefgläubige Katholik verweilte 1955 inkognito eine Nacht am Grab des Heiligen in Sachseln OW unweit der Ranftschlucht. Dies vor schwierigen Verhandlungen mit Moskau, die die Freilassung deutscher Kriegsgefangener zum Ziel hatten.

Die Friedenswanderung führt am Freitagnachmittag auf zwei Routen in den Ranft. Auf einer längeren Route ab Stans (NW) und einer kürzeren ab Sachseln (OW). Es soll ein stiller, meditativer Gang sein, sagt Hellmüller. Unterwegs gibt es Impulse zu Niklaus von Flüe und zum Frieden.

Politikerinnen und Politiker eingeladen

An der Leitung sind Kantonspolitiker beteiligt. So hält der Nidwaldner Landrat Thomas Wallimann (Grüne) gemeinsam mit der Ordensfrau Sabine Lustenberger die Impulse auf der Route ab Stans. Und der Obwaldner Kantonsrat Dominik Rohrer (Mitte) gemeinsam mit der Theologin Gabriela Lischer auf der Route ab Sachseln.

Die Organisatoren haben zudem die Politik aus Nidwalden und Obwalden zur Teilnahme eingeladen. Da es keine Anmeldung braucht, wisse man nicht, welche Kantonsparlamentarierinnen und -parlamentarier mitwandern werden, so Hellmüller. Ihre Teilnahme zugesagt haben jedoch je ein Regierungsrat aus Obwalden- und Nidwalden.

Regierungsrat Amstad von «Kraftort» fasziniert

Christoph Amstad ist im Kanton Obwalden für das Sicherheits- und das Sozialdepartement zuständig. Der CVP-Mitte-Politiker teilt kath.ch mit, eine Friedenswanderung sei «ein kraftvolles Mittel» des gewaltfreien Protests gegen Gewalt und der Solidarität. Mit seiner Teilnahme möchte er «ein sichtbares Zeichen für den Frieden in der Ukraine, aber auch in allen anderen Krisenregionen setzen». Amstad wird auf der Route ab Sachseln mitwandern.

Flüeli-Ranft sei für ihn «faszinierender Kraftort»: «Einerseits ist da die enge und mystische Ranftschlucht und andererseits hat man von der Flüeli-Kapelle eine atemberaubende Aussicht auf das gesamte Sarneraatal. Und mittendrin ist Bruder Klaus, unser Landesheiliger, der für eine Welt steht, die sich mit den Werten der Tiefe, der echten Begegnungen und der Bescheidenheit auseinandersetzt.» Gerade in der heutigen Zeit sei Bruder Klaus immer noch ein Vorbild «für uns alle», ist Christoph Amstad überzeugt.

«Die Wanderung hat eine starke Symbolik.»

Nidwaldner Regierungsrat Othmar Filliger

Sein Nidwaldner Kollege, Regierungsrat Othmar Filliger (Mitte), wird mit seiner Frau an der Wanderung teilnehmen, wie er kath.ch ausrichtet. Ab Stans – und damit auf der längeren der Route, bei der die Teilnehmenden erst um 23 Uhr nachts im Ranft ankommen. «Die Wanderung hat eine starke Symbolik. Ich erhoffe mir ein gutes Gelingen der Konferenz auf dem Bürgenstock und dass sie beitragen kann zu einem Friedensprozess.»

Das Wandern helfe auch beim Abschalten vom hektischen Alltag und beim Entschleunigen, findet Othmar Filliger: «Man kann seinen Gedanken nachgehen, diese weiterentwickeln und kommt mit den Mitwandernden ins Diskutieren.»

Ein Besuch im Flüeli-Ranft lohne immer. «Bruder Klaus ist als Schweizer Nationalheiliger bei uns nach wie vor präsent.» Einmal jährlich nehme er sich vor, den Bruder-Klausen-Weg von Stans ins Flüeli zu begehen. Zudem nehme er jeweils sehr gerne mit der Nidwaldner Regierung an der jährlichen Landeswallfahrt nach Sachseln teil. Dort befindet sich seit 1679 das Grab von Bruder Klaus in der Pfarr- und Wallfahrtskirche, in die sich Konrad Adenauer eine ganze Nacht lang einschliessen liess.

Der Gang in den Ranft findet am Freitag, 14. Juni 2024, statt. Beginn ab Stans um 16 Uhr mit einem Impuls im Rathhaus. Ab Sachseln Beginn um 19 Uhr mit einem Impuls in der Wallfahrtskirche Sachseln. Mehr Informationen dazu im Flyer.


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https://www.kath.ch/newsd/ukraine-konferenz-regierungsraete-amstad-und-filliger-wandern-fuer-den-frieden-zu-bruder-klaus/